Impuls

„Wie wollen Sie die Sparkasse Nürnberg weiterentwickeln, Matthias Wittmann?“

Seit dem 1. Januar 2026 leitet Matthias Wittmann die Sparkasse Nürnberg. Der 44-jährige Bamberger ist in der Region verwurzelt und fühlt sich Nürnberg eng verbunden. Im Interview mit bürobesuch.de spricht Wittmann über seinen Führungsstil und die Zukunft der Sparkasse.

Er betont Verantwortung, Regionalität und den Kunden als Kompass. Die Herausforderung besteht darin, Stabilität und Weiterentwicklung in bewegten Zeiten zu vereinen.


Wie erklären Sie einer 7-Jährigen Ihren Beruf?

Ich bin im Bereich Geld bei der Sparkasse tätig. Ich glaube, dass auch Siebenjährige schon wissen, was die Sparkasse ist. Bei der Sparkasse sorge ich dafür, dass wir erfolgreich bleiben, indem wir zufriedene Kunden haben. Wir bieten Girokonten, Kredite und Einlagen an und sind ein verlässlicher Partner.

Gab es in Ihrer bisherigen Karriere eine große Herausforderung oder Entscheidung, an die Sie heute noch oft zurückdenken?

Diese eine große Herausforderung gab es für mich so nicht. Ich bin wahrscheinlich eher jemand, der schwierige Themen nicht sofort als die eine riesige Herausforderung interpretiert. Natürlich waren in 26 Jahren viele Entscheidungen dabei, auch kritische und strategische. Aber ich würde keine einzelne herausheben. Persönlich war der Wechsel nach Nürnberg eine große Weichenstellung. Ein großer Schritt, der sich als richtig erwies. Ich fühle mich hier super wohl, das ist eine tolle Stadt, eine tolle Region, tolle Menschen.

Mit Matthias Everding ging Ende 2025 ein Vorstandsvorsitzender, der die Sparkasse über Jahrzehnte geprägt hat. Wie blicken Sie auf diese Nachfolge?

Das sind nicht nur große, sondern sehr, sehr große Fußstapfen. Matthias Everding lenkte die Sparkasse 25 Jahre, 20 davon als Vorstandsvorsitzender. Er hat dieses große Schiff Sparkasse hervorragend durch gute, aber auch sehr herausfordernde Zeiten, manövriert. Das ist eine Leistung.

Aus dem Grund gehe ich das mit Respekt und auch mit Demut an. Ich will die positiven Dinge fortführen, aber ich will auch eigene Fußspuren hinterlassen. Ich will kein Abbild und keine Kopie sein. Ich habe eigene Ideen und möchte gemeinsam mit meinen Kollegen die Sparkasse weiterentwickeln.

Was haben Sie sich gemeinsam mit Ihren Vorstandskollegen für die kommenden Jahre vorgenommen?

Wir wollen betriebswirtschaftlich stabil bleiben. Also eine gesunde und erfolgreiche Sparkasse. Gleichzeitig wollen wir uns weiterentwickeln. Wir wollen nicht stehen bleiben, wir wollen innovativ sein. Der Wettbewerb wird nicht leichter, Kundenverhaltensweisen verändern sich, Märkte verändern sich. Dem müssen wir mit Innovation begegnen.

Die zwei großen Überschriften sind für mich Stabilität und Innovation beziehungsweise Weiterentwicklung. Der Kunde bleibt unser Leitbild.

Der Vorstand besteht jetzt aus drei statt vier Personen. Was steckt hinter dieser Entscheidung?

Wir entschieden uns für drei Vorstände, um Entscheidungen schneller zu treffen und Schnittstellen abzubauen. Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen Dr. Jonathan Daniel und Reiner Dintenfelder wollen wir die Sparkasse entlang der zwei angesprochenen Leitlinien weiterentwickeln. Außerdem lebt unsere Organisation ohnehin nicht nur vom Vorstand, sondern von sehr vielen engagierten Menschen im Haus.

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Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Vorstandsvorsitzender aus?

Der Tag beginnt mit einem Blick in den Kalender – in der Regel bleibt wenig Zeit, in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Die Tage sind voll mit Besprechungen und Kundenkontakt. Ich repräsentiere die Sparkasse in der Stadtgesellschaft und treffe operative Entscheidungen. Kein Tag gleicht dem anderen, was den Job spannend macht. Ein zentraler Bestandteil bleibt für mich der Kundenkontakt.

Wie halten Sie Beruf, Familie und Gesundheit im Gleichgewicht?

Ich visualisiere das gerne als Tisch mit vier Ecken: Job, Familie, Ehe beziehungsweise Partnerschaft und eigener Körper. Da versuche ich, ein ausgewogenes Verhältnis hinzubekommen. Es gibt Wochen, in denen der Job ganz oben steht, und es gibt Wochen, in denen ich es schaffe, abends mit der Familie zu essen.

Wenn man sich vorstellt, dass an einer Seite der Tischdecke zu stark gezogen wird, entsteht ein Ungleichgewicht. Dann fallen an anderer Stelle wichtige Dinge weg. Für mich muss das ausgewogen bleiben. Dieses Bild hilft mir sehr.

Die Sparkasse Nürnberg engagiert sich stark für Gründerinnen und Gründer. Welche Rolle spielen Start-ups und Existenzgründungen für Sie?

Als Sparkasse begleiten wir – als einer von wenigen Finanzdienstleistern überhaupt – Existenzgründer und Start-ups, auch wenn es rein betriebswirtschaftlich nicht das lukrativste Geschäftsfeld ist.

Aber wir sehen das als unsere Verantwortung, die übrigens auch in unserer Sparkassenordnung steht. Deshalb haben wir einen eigenen Bereich, der sich mit dieser Kundschaft beschäftigt und von der Kontoeröffnung bis zur Unternehmensentwicklung unterstützt.

Was unterscheidet die Sparkasse Nürnberg von anderen Banken?

Unser Geschäftsmodell basiert seit über 200 Jahren auf Regionalität. Wir bedienen Kunden aus der Region, wir nehmen Einlagen aus der Region entgegen und geben dieses Geld wieder in die Region zurück. Eine Oma aus Gostenhof legt ihr Geld bei uns an, und wir finanzieren damit vielleicht das Haus einer jungen Familie im Nürnberger Land. Mehr regional und nachhaltiger geht aus meiner Sicht kaum.

Dazu kommt: Mitarbeitende, Gewerbesteuer, Spenden, Sponsoring – das alles findet in der Region statt. Im letzten Jahr waren das rund 4,1 Millionen Euro. Das unterscheidet uns schon sehr deutlich von anderen Modellen.

Mit dem „Haus der Kunden“ hat die Sparkasse ihrer Nürnberger Hauptstelle ein neues Gesicht gegeben. Was bedeutet dieser Ort für Sie?

Das ist für mich ein Statement in der Stadt und für die Stadt. Wir haben uns ganz bewusst entschieden, hier in der Innenstadt zu bleiben und dieses Haus zu modernisieren. Es soll einladen. Es soll sich eher anfühlen wie ein großes Wohnzimmer oder eine schöne Hotellobby – warm, offen, modern. Ziel ist, dass viele Menschen hereinkommen, viele Termine dort stattfinden und sich Kunden wohlfühlen.

Unser Geschäft besteht nicht nur aus Zahlen und Fakten, sondern auch aus einem gewissen Gefühlsfaktor. Ich glaube schon, dass es hilfreich ist, wenn Beratung in so einer Atmosphäre stattfindet und Kunden sagen: Ich komme gern zu euch.

Wenn Sie Ihrem Nachfolger irgendwann nur einen einzigen Tipp mitgeben dürften – welcher wäre das?

Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt, ohne die betriebswirtschaftliche Perspektive zu verlieren. Wirtschaftliche Stabilität ermöglicht es, für den Kunden da zu sein.


Sie haben eine Empfehlung für einen Interviewpartner für uns? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an presse@buerobesuch.de.

Wie hat Ihnen unser Interview gefallen? Schreiben Sie Ihr Feedback gerne an constantin.kaindl@buerobesuch.de. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

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Beste Grüße & vielen Dank

Constantin Kaindl

Herausgeber

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