Sicherheit beginnt für Florian Zachmayer nicht am Zaun – sondern im Kopf. Der Geschäftsführer der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft mbH spricht im Interview mit bürobesuch darüber, warum moderne Sicherheit weit mehr ist als Kameras, Schließdienste und Wachpersonal.
Es geht um Haltung, Verantwortung, Informationssicherheit, Nachhaltigkeit, Robotik, KI – und um die Frage, warum Prävention für Unternehmen in Mittelfranken längst kein Luxus mehr ist, sondern ein entscheidender Teil ihrer Zukunftsfähigkeit.

Wie erklären Sie einem 7-jährigen Kind, was Sie beruflich machen?
Ich würde sagen: „Ich passe mit ganz vielen Kolleginnen und Kollegen darauf auf, dass Menschen, Gebäude und Dinge sicher sind. Und ich schaue darauf, dass wir dafür genug Geld haben, gut mit der Umwelt umgehen und alle fair miteinander umgehen.“
Und dazu entwickeln wir sogar eigene Roboter und digitale Helfer, die uns beim Aufpassen unterstützen – wie kleine, sehr schlaue Wachhunde aus Technik.
Wo beginnt Sicherheit für Sie? Beim Zaun, beim Passwort – oder ganz woanders?
Sicherheit beginnt für mich im Kopf und im Herzen, nicht am Zaun. Sie beginnt mit Haltung: Wie ernst nehme ich Verantwortung? Wie gehe ich mit Mitarbeitenden, Kundendaten, Umwelt und Ressourcen um?
Ein gutes Passwort und ein stabiler Zaun sind nur sichtbare Folgen einer inneren Grundhaltung, die sagt: „Ich will Schaden verhindern – für Menschen, Unternehmen und Gesellschaft.“
Viele denken bei dem Thema Sicherheit zuerst an Kameras, Schließdienste oder Wachpersonal. Welche Bereiche sind vielleicht nicht so offensichtlich?
Die unsichtbaren Bereiche sind oft die entscheidenden: Informationssicherheit, Prozesse, Qualitätsmanagement, Nachhaltigkeit. Wenn zum Beispiel ein Unternehmen seine Abläufe nicht im Griff hat, hilft die beste Kamera wenig. Wir beschäftigen uns deshalb genauso mit ISO‑zertifizierten Managementsystemen, Energie- und Umweltmanagement, Daten- und Informationssicherheit wie mit klassischen Sicherheitsdiensten.
Sicherheit ist heute ein Zusammenspiel aus Organisation, Technik, Menschen und Werten. Dazu gehören bei uns auch eigenentwickelte Robotik‑Lösungen und die digitale Pforte, die Routineaufgaben automatisieren, Fehler reduzieren und rund um die Uhr zuverlässig arbeiten – ein gutes Beispiel dafür, wie moderne Sicherheit heute aussieht.
Woran erkennen Sie in den ersten 15 Minuten, ob das Unternehmen Sicherheit ernst nimmt?
Ich achte auf drei Dinge:
Erstens: Wie wird über Sicherheit gesprochen – als Kostenfaktor oder als selbstverständlicher Teil der Unternehmensführung?
Zweitens: Gibt es klare Verantwortlichkeiten, Prozesse und Kennzahlen oder nur „wir machen da auch was“?
Drittens: Spürt man eine Wertebasis – also Ehrlichkeit, Transparenz, Bereitschaft, auch Unangenehmes offen anzusprechen? Wenn mir in den ersten Minuten jemand strukturiert erklären kann, wie physische Sicherheit, IT‑Sicherheit, Compliance und Nachhaltigkeit zusammengedacht werden, weiß ich: Hier meint man es ernst.
Wie erklärt man den Wert von Arbeit, die im besten Fall unsichtbar bleibt?
Indem man über das spricht, was nicht passiert. Unsere Arbeit ist erfolgreich, wenn es keine Vorfälle gibt, wenn Mitarbeitende sich sicher fühlen, wenn Daten geschützt bleiben und wenn ein Unternehmen auch in Krisen stabil läuft. Das lässt sich über Kennzahlen, Audits, Zertifizierungen und konkrete Beispiele aus der Praxis sichtbar machen.
Und man muss den Zusammenhang erklären: Sicherheit ist kein „Nice-to-have“, sondern die Voraussetzung dafür, dass Geschäftsmodelle überhaupt funktionieren können. Gerade unsere digitalen Lösungen – von der digitalen Pforte bis zu Robotik‑Systemen – zeigen das sehr gut: Sie fallen nur auf, wenn sie fehlen.
Wieso ist Sicherheit kein Luxus, sondern Teil der Zukunftsfähigkeit?
Ein Unternehmen ohne Sicherheitskultur ist wie ein Haus ohne Fundament. Kurzfristig kann man Geld sparen, wenn man Sicherheitsmaßnahmen reduziert – langfristig (oder manchmal sogar sehr kurzristig) zahlt man dafür mit Ausfällen, Reputationsschäden, rechtlichen Risiken und dem Verlust von Vertrauen. Zukunftsfähigkeit bedeutet für mich: ökonomisch stabil, ökologisch verantwortlich und sozial verlässlich zu handeln. Sicherheit ist der rote Faden, der all das zusammenhält.
Strategisches Sparring statt klassischer Beratung

Jörg Sander, Geschäftsführer der sander applied marketing GmbH, hat viele Jahre Unternehmen in Themen rund um Strategie, Vertrieb, Marketing und Digitalisierung begleitet. Mit klaren Konzepten, fundierten Analysen und durchdachten Maßnahmen. Dabei ist ihm immer wieder aufgefallen: Der entscheidende Unterschied entsteht nicht auf dem Papier.
Heute versteht er seine Rolle deshalb anders. Weniger als klassischer Berater, sondern stärker als strategischer Sparringspartner auf Augenhöhe. Jemand, der mitdenkt, hinterfragt und dabei hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen – damit Unternehmen in der Metropolregion Nürnberg in ihre eigene Umsetzungskraft kommen.
Im Mittelpunkt steht nicht die fertige Lösung von außen, sondern der gemeinsame Dialog. Klar in der Sache, offen in der Perspektive und mit dem Anspruch, dass aus Ideen konkrete, wirtschaftlich wirksame Ergebnisse entstehen.
Wer Themen klarer einordnen oder konsequenter voranbringen möchte, kann schon mit einem kurzen Austausch starten.
(Anzeige)
Viele Firmen investieren erst nach einem Vorfall. Warum ist Prävention im Alltag so schwer zu verkaufen?
Prävention ist schwer greifbar, weil sie „Abwesenheit von Problemen“ produziert. Menschen und Organisationen reagieren natürlicherweise stärker auf akute Krisen als auf abstrakte Risiken. Dazu kommt: Prävention ist oft bereichsübergreifend – sie betrifft Finanzen, IT, HR, Gebäude, Umwelt. Das macht sie komplex.
Unsere Aufgabe ist es, Prävention in verständliche Szenarien, klare Zahlen und konkrete Maßnahmen zu übersetzen: Was kostet ein Ausfall? Was bedeutet ein Datenleck? Was passiert, wenn ein Standort nicht mehr nutzbar ist? Wenn man das ehrlich durchrechnet, wird Prävention sehr schnell wirtschaftlich.
Was ist in einer Region wie Mittelfranken beim Thema Sicherheit anders als in Berlin, München oder Frankfurt?
Mittelfranken ist stark vom Mittelstand geprägt, von Familienunternehmen mit langer Tradition – so wie wir selbst. Hier spielen Werte wie Verlässlichkeit, Bodenständigkeit und langfristiges Denken eine große Rolle. Das passt sehr gut zu unserem Verständnis von Sicherheit. Gleichzeitig ist die Region technologisch hochentwickelt, mit vielen Industrie- und Tech-Unternehmen.
Das heißt: Wir müssen sowohl klassische Werks- und Objektsicherheit als auch hochmoderne Themen wie Informationssicherheit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zusammenbringen. Die Nähe zu den Entscheidern, oft Inhaberfamilien, ermöglicht dabei sehr direkte, wertebasierte Gespräche.
Alarmservices, digitale Systeme, Daten, KI – wo hilft Technologie wirklich und wo bleibt der Mensch unersetzlich?
Technologie hilft überall dort, wo es um Geschwindigkeit, Mustererkennung und Datenmengen geht: intelligente Alarmaufschaltungen, Videoanalyse, Zutrittskontrolle, Auswertung von Vorfällen. Aber: Die Bewertung, Priorisierung und das verantwortliche Handeln bleiben menschliche Aufgaben.
Jemand muss entscheiden, was ein akzeptables Risiko ist, wie man mit Mitarbeitenden umgeht, welche Maßnahmen verhältnismäßig sind. Und im Ernstfall braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen, kommunizieren, deeskalieren und führen. KI kann unterstützen – aber sie ersetzt weder Gewissen noch Erfahrung.
Innovation Festival 2026: Frankens Startup-Szene trifft sich in Fürth

Franken steht seit jeher für Pioniergeist: Von der ersten Eisenbahn zwischen Fürth und Nürnberg bis zur heutigen Startup-Region ist Innovation ein Teil der regionalen DNA. Am 15. Juli 2026 bringt das INNOFEST26 diese Energie in der Stadthalle Fürth zusammen.
Das Innovation Festival 2026 von START Nuremberg richtet sich an Gründerinnen und Gründer, Studierende, Investoren, Unternehmen und alle, die die Zukunft der Metropolregion mitgestalten möchten. Die Vision: Menschen, Ideen und Momentum verbinden, denn die Region ist voller Innovatoren – und viele davon haben sich noch nie getroffen.
Auf dem Programm stehen unter anderem Startup Fair, Networking, Keynotes, Workshops, ein Live Podcast sowie das Finale des Frankens Startup-Kärwa Award. Im Fokus stehen echte Connections, neue Chancen und die Frage, was die Innovationsregion Franken gemeinsam aufbauen kann.
👉 INNOFEST26
⏰ 15. Juli 2026, 13 bis 20 Uhr
📍 Stadthalle Fürth
🎟️ Mit dem Rabattcode „WIRDENKENLOKAL33“ gibt es 33% Rabatt auf die Tickets!
(Anzeige)
Was ist der häufigste Denkfehler, den Firmen beim Thema Sicherheit machen?
Der größte Denkfehler ist, Sicherheit als isoliertes Projekt zu sehen. Sicherheit ist ein Managementthema. Sie gehört in die Geschäftsführung, in die Strategie, in die Unternehmenskultur.
Was müsste sich in den nächsten Jahren ändern, damit Unternehmen in der Region Nürnberg nicht nur wirtschaftlich stark, sondern auch wirklich resilienter werden?
Drei Dinge halte ich für entscheidend:
- Ganzheitlicher Blick: Physische Sicherheit, Informationssicherheit, Nachhaltigkeit und Compliance müssen zusammen gedacht und gesteuert werden.
- Verankerung in der Führung: Sicherheit gehört fest in die Agenda von Geschäftsführung und Aufsichtsorganen – mit klaren Zielen und Budgets.
- Investition in Menschen: Schulung, Sensibilisierung und eine Kultur, in der man Risiken offen anspricht, sind wichtiger als jede einzelne Maßnahme. Wenn wir das mit der Stärke des mittelfränkischen Mittelstands verbinden, können wir eine Region schaffen, die nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, sondern auch krisenfest ist.
Technologien wie unsere Robotik‑Systeme oder die digitale Pforte können dabei helfen, Resilienz messbar und skalierbar zu machen.
Welche Frage sollte sich jede Geschäftsführung in Mittelfranken stellen, wenn es um die Sicherheit des eigenen Unternehmens geht?
Die zentrale Frage lautet für mich: „Kann ich heute mit gutem Gewissen sagen, dass wir alles wirtschaftlich Vertretbare getan haben, um unsere Mitarbeitenden, unsere Kunden, unsere Daten und unsere Umwelt zu schützen?“
Wenn man diese Frage ehrlich beantwortet und bereit ist, aus der Antwort Konsequenzen zu ziehen, ist man auf einem sehr guten Weg.
Sie haben eine Empfehlung für einen Interviewpartner für uns? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an presse@buerobesuch.de.
Wie hat Ihnen unser Interview gefallen? Schreiben Sie Ihr Feedback gerne an constantin.kaindl@buerobesuch.de. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.
PS: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Newsletter weiterempfehlen und weiterschicken.
Beste Grüße & vielen Dank
Constantin Kaindl
Herausgeber

