Der Büroimmobilienmarkt in Nürnberg, Fürth und Erlangen steckt mitten im Wandel: Während moderne, flexible und gut angebundene Flächen gefragt bleiben, geraten ältere Objekte zunehmend unter Druck.
Philipp Hertel, Managing Director von aptum Süd, erklärt im Interview mit bürobesuch.de, was Unternehmen heute von einem Büro erwarten, wie Vermieter auf Leerstände reagieren können und warum vor allem im Bestand großes Potenzial liegt. Gemeinsam mit Florian Wehr, ebenfalls Managing Director aptum Süd, leitet Hertel das Nürnberger Büro des Immobilienberaters.

Wie erklären Sie einem 7-jährigen Kind, was Sie beruflich machen?
Ich helfe Unternehmen dabei, ein Zuhause für ihre Arbeit zu finden. So wie jeder Mensch ein passendes Zuhause braucht, brauchen auch Firmen einen Ort, an dem ihre Mitarbeiter gerne arbeiten und erfolgreich sein können.
Wie steht es aktuell um den Büroimmobilienmarkt in der Region?
Der Markt befindet sich mitten im Wandel. Moderne, gut angebundene und nachhaltige Büroflächen werden weiterhin stark nachgefragt. Ältere Gebäude ohne klare Positionierung haben dagegen zunehmend mit Leerständen zu kämpfen. Die Schere zwischen guten und weniger attraktiven Objekten geht immer weiter auseinander.
Was suchen Unternehmen heute wirklich in einem Büro?
Nicht mehr möglichst viele Quadratmeter, sondern eine motivierende Arbeitsumgebung, die dem Unternehmen und dem Mitarbeiter Identität gibt. Flexible Flächen, Aufenthaltsqualität, gute Erreichbarkeit, moderne Technik und ein Umfeld, das Mitarbeiter gerne ins Büro kommen lässt, stehen heute im Mittelpunkt.
Warum reicht klassische Flächenvermittlung nicht mehr aus?
Weil Unternehmen heute viel strategischer entscheiden. Es geht nicht nur darum, freie Flächen zu zeigen, sondern zu verstehen, wie ein Unternehmen arbeitet, wächst und welche Ziele es verfolgt – erst daraus ergibt sich die passende Immobilienlösung.
Wie eng hängen Unternehmens- und Immobilienstrategie zusammen?
Sehr eng. Die Immobilie beeinflusst Unternehmenskultur, Mitarbeitergewinnung, Effizienz und Kosten gleichermaßen. Wer seine Unternehmensstrategie verändern möchte, muss häufig auch seine Flächenstrategie anpassen bzw. danach ausrichten.
Advertorials: Mehr Raum für erklärungsbedürftige Angebote

Eine klassische Anzeige schafft Aufmerksamkeit. Doch wenn ein Angebot erklärungsbedürftig ist, eine Leistung nicht in einen Werbeslogan passt oder ein Unternehmen als kompetenter Ansprechpartner wahrgenommen werden möchte, kann ein Advertorial das passendere Format sein.
Auf Bürobesuch.de erscheint ihr Unternehmensbeitrag als hochwertiger, redaktionell aufbereiteter Artikel. Darin können Sie beispielsweise komplexe Produkte verständlich erklären, Projekte und Innovationen vorstellen, aktuelle Herausforderungen einordnen oder Fachverantwortliche positionieren. So entsteht ein Inhalt mit Mehrwert für Leserinnen und Leser, der gleichzeitig die Expertise des Unternehmens sichtbar macht.
Advertorials lassen sich zusätzlich über den Bürobesuch-Newsletter, Social Media, Startseiten-Banner oder gezielte Kampagnen verlängern. Damit wird aus einem einzelnen Artikel eine Kommunikationskampagne für Entscheiderinnen und Entscheider in der Metropolregion Nürnberg.
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Welche Büroflächen haben derzeit die besten Chancen?
Vor allem moderne, flexible und ESG-konforme Flächen in gut erreichbaren Lagen. Gebäude, die sich an unterschiedliche Nutzer anpassen lassen und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten, sowie gute Infrastruktur am Standort.
Wie können Vermieter auf steigende Leerstände reagieren?
Nicht abwarten, sondern aktiv handeln. Dazu gehören Investitionen in Modernisierung, flexible Mietmodelle, hochwertige Gemeinschaftsflächen und ein klares Nutzungskonzept.
Wer den Nutzer in den Mittelpunkt stellt, steigert seine Vermarktungschancen deutlich – die Nachfrage ist klar da, aber auch hier geht die Schere zwischen guten und weniger attraktiven Objekten weiter auf.
Müssen Eigentümer Bürogebäude neu denken?
Definitiv. Bürogebäude müssen heute deutlich flexibler sein als noch vor zehn Jahren. Es reicht nicht mehr aus, Flächen bereitzustellen – Gebäude müssen echte Mehrwerte bieten und sich an veränderte Arbeitswelten anpassen.
Welche Rolle spielen Analyse und Marktdaten bei Standortentscheidungen?
Je größer das Unternehmen, desto relevanter sind solche Daten. Bauchgefühl allein reicht heute nicht mehr. Gerade bei ganzheitlichen Mandaten analysieren wir unter anderem Mietpreisentwicklungen, Leerstandsquoten, Pendlerströme, Wettbewerb und die Anforderungen des jeweiligen Unternehmens und lassen diese Informationen in ein Scoring Modell einfließen.
Wie unterscheidet sich der Markt in Nürnberg, Fürth und Erlangen?
Jeder Markt hat seine eigene Stärke. Nürnberg ist der größte und vielseitigste Büromarkt der Region mit einer breiten Branchenstruktur. Erlangen profitiert stark von Technologie, Forschung (FAU etc.) und internationalen Unternehmen. Fürth punktet mit einer attraktiven Kostenstruktur und etwas mehr Individualisierungsgrad.
Wo sehen Sie derzeit das größte Potenzial für neue Bürokonzepte?
Im Bestand. Viele ältere Bürogebäude verfügen über gute Lagen und eine solide Bausubstanz. Mit gezielten Investitionen, modernen Nutzungskonzepten und einer klaren Positionierung können daraus wieder sehr attraktive Immobilien entstehen. Gerade die Revitalisierung bestehender Gebäude wird in den kommenden Jahren eines der spannendsten Themen am Markt sein.
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Constantin Kaindl
Herausgeber

