Thomas Förster ist Vorsitzender des IHK-Gremiums Stadt Nürnberg – und bringt eine klare Botschaft mit: Die Stimme der Wirtschaft muss gehört werden. Im Interview mit Bürobesuch.de spricht der Unternehmer und Vizepräsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken über die wichtigsten Herausforderungen für den Standort, von Mobilität über Bürokratie bis zur Entwicklung der Innenstadt.
Außerdem erklärt er, warum Nürnberg ohne starke Unternehmen nicht funktionieren würde – und wie er insbesondere kleine und mittelständische Betriebe stärker einbinden will.

Wie würden Sie einer 7-Jährigen erklären, was Sie beruflich machen?
Ich sorge dafür, dass viele Firmen in Nürnberg gut arbeiten können. Wenn es den Firmen gut geht, haben Menschen Arbeit, es gibt schöne Geschäfte und Restaurants – und die Stadt bleibt lebendig. Ich helfe also mit, dass unsere Stadt stark bleibt.
Was hat Sie persönlich motiviert, sich im IHK-Gremium zu engagieren – neben dem eigenen Unternehmen?
Unternehmer sein heißt für mich nicht nur, Verantwortung für das eigene Unternehmen zu tragen, sondern auch für das Umfeld, in dem wir wirtschaften. Ich möchte die Perspektive aus der Praxis einbringen – konstruktiv, lösungsorientiert und mit Blick auf die gesamte Nürnberger Wirtschaft.
Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es eine starke, geschlossene Stimme der Unternehmen.
Wie haben Sie das Gremium erlebt: eher politisches Parkett oder pragmatische Wirtschaftsrunde?
Ganz klar als pragmatische Wirtschaftsrunde. Natürlich bewegen wir uns im Spannungsfeld zwischen Politik und Wirtschaft – aber im Kern geht es um konkrete Themen, reale Herausforderungen und um praktikable Lösungen für unsere Unternehmen.
Das Gremium arbeitet sachorientiert, nicht parteipolitisch.
Selbstverständlich ist es aber eine unserer wichtigsten Aufgaben, den ständigen und konstruktiven Austausch mit den maßgeblichen politischen Parteien zu führen. Erst in den vergangenen Tagen haben wir noch vor der Kommunalwahl Gespräche mit den Fraktionsvorsitzenden führen können und dabei unser Positions- und Innovationspapier vorgestellt.
View From Above: Astronauten-Ausstellung in Nürnberg erleben

Erleben Sie die Erde aus dem All und das Leben der Astronauten auf der ISS. Die Ausstellung „View From Above“ bringt spektakuläre Weltraumbilder nach Nürnberg. Bis zum 26. April verwandelt sich das ehemalige Wormland-Gebäude in der Breiten Gasse 91 in eine faszinierende Erlebniswelt der Raumfahrt.
Auf 2.000 m² Ausstellungsfläche bestaunen Besucher beeindruckende Fotos, Videos und originale Raumanzüge des NASA-Astronauten Terry Virts. Leuchtende Bilder und persönliche Geschichten zeigen unseren Planeten aus einer seltenen Perspektive.
Für Unternehmen und Gruppen bietet „View From Above“ spannende geführte Rundgänge von 60 bis 90 Minuten, die auch als Afterwork-Event buchbar sind. Auch als Teambuilding-Event ideal, denn die Tour inspiriert zu neuen Gesprächen und wirkt nachhaltig. Die Bilder aus dem All machen Themen wie Verantwortung, Zusammenarbeit und Zukunft greifbar, ohne zu belehren. Der Abend bietet eine Auszeit vom Alltag, um gemeinsam zu staunen, zu reflektieren und mit frischen Gedanken ins Team zurückzukehren.
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Kontakt für Gruppenführungen oder Events:
Gottfried Eisenberger
+43 660 3922092
office@viewfromabove.art
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Wo sehen Sie aktuell die dringendsten Themen für die Nürnberger Wirtschaft?
Das Gremium hat mit seinen Mitgliedern aus namhaften Nürnberger Unternehmen fünf Kernthemen erarbeitet, die Basis unseres Positions- und Innovationspapiers sind und essenziell für den Fortbestand und das Wachstum der Unternehmen stehen:
1. Innerstädtische Mobilität
2. Gewerbe- und Industrieflächen
3. Innenstadtentwicklung
4. Sicherheit und Sauberkeit
5. Digitalisierung und Bürokratieabbau
Wir wollen durch konkrete Zielvereinbarungen mit der Stadtverwaltung spürbare Verbesserungen erreichen und somit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region effizient und nachhaltig stärken.
Viele Unternehmer klagen über Bürokratie und langsame Prozesse. Wie konkret kann das IHK-Gremium hier Einfluss nehmen?
Wir können Bürokratie nicht allein abschaffen – aber wir können Missstände sichtbar machen und gebündelt adressieren. Das IHK-Gremium bringt konkrete Praxisbeispiele aus Unternehmen ein, formuliert Verbesserungsvorschläge und tritt geschlossen gegenüber Verwaltung und Politik auf.
Je konkreter die Rückmeldungen aus der Wirtschaft sind, desto größer ist unser Einfluss. Natürlich werden daraus konkrete Forderungen an die Kommunal-, Landes- und Bundespolitik weitergegeben.
Welche Rolle sollte das Gremium Ihrer Meinung nach in der Metropolregion spielen?
Das Gremium sollte Sprachrohr, Impulsgeber und Vernetzer sein. Wir müssen wirtschaftliche Interessen klar vertreten, aber auch Brücken bauen – zwischen Branchen, zwischen Unternehmen und Politik sowie innerhalb der Metropolregion.
Nürnberg ist ein starker Wirtschaftsstandort – diese Stärke müssen wir gemeinsam weiterentwickeln. Mit 714 Millionen Euro Rekordeinnahmen aus der Gewerbesteuer tragen die Nürnberger Unternehmerinnen und Unternehmer mit über der Hälfte zum städtischen Haushalt bei. Schon allein aus dieser Tatsache resultiert ein Anspruch der Unternehmen auf eine wirtschaftsorientierte Stadtpolitik.
Denn, sind wir doch mal ehrlich: Ohne üppige Gewerbesteuereinnahmen funktioniert kein Sozialstaat, keine Kultur, kein Stadion-Neubau, keine ÖPNV und keine Lebensqualität. Damit das alles weiterhin gut funktioniert, werden wir gemeinsam mit der Stadtpolitik die richtigen Weichen stellen. Die letzten Gespräche haben gezeigt, dass wir auf partnerschaftlicher Ebene sehr gut zusammenarbeiten werden.
Wie wollen Sie insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen stärker einbinden?
Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft – und genau diese Perspektive muss gehört werden. Mir ist wichtig, dass wir niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeiten schaffen: offene Austauschformate, praxisnahe Veranstaltungen und direkte Dialogmöglichkeiten.
Das Gremium Stadt Nürnberg ist nahbar – nicht nur formal zuständig. Ich wünsche mir, dass sich viele kleine und mittelständische Unternehmen bei uns melden und sich einbringen.
Was können Start-ups und junge Unternehmer vom IHK-Gremium erwarten?
Orientierung, Netzwerk und eine Stimme. Gerade junge Unternehmen brauchen weniger Bürokratie, schnelle Prozesse und verlässliche Ansprechpartner. Wir wollen Plattformen schaffen, auf denen sich etablierte Unternehmen und Start-ups begegnen und voneinander profitieren können.
Welche Impulse möchten Sie in die regionale Wirtschaft einbringen?
Ich möchte eine Kultur der Zusammenarbeit stärken. In wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten gewinnen diejenigen Regionen, die geschlossen auftreten, pragmatisch handeln und Innovation zulassen.
Mein Ziel ist es, das Gremium Stadt Nürnberg als aktive, partnerschaftliche und konstruktive Kraft zu positionieren – lösungsorientiert, kompetenzgebend und zukunftsgerichtet.
Ich bin mit Herzblut davon überzeugt, dass wir mit allen Verantwortlichen der Stadt Nürnberg gemeinsam effektiv an unseren Zielen arbeiten und auch Erfolge verzeichnen werden. Das habe ich mir auf meine persönliche Fahne geschrieben und werde ich auch mit aller Kraft verfolgen. Das ist für mich der Sinn des Ehrenamts als Vorsitzender des Gremiums Stadt Nürnberg.
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Constantin Kaindl
Herausgeber

