Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
in diesem Bürobesuch.de-Newsletter fassen wir Ihnen einmal pro Woche die wichtigsten Wirtschafts-Nachrichten aus der Region rund um Nürnberg zusammen.
Die Themen:
- GMN investiert 28 Millionen Euro in neue Produktionshalle in Nürnberg
- Stadtmission Nürnberg und Diakonie Fürth planen Zusammenschluss
- Vienna Insurance Group vollzieht Übernahme der NÜRNBERGER
- wirdenkenlokal übernimmt Social Media Marketing für Optik Amberg
- Fünffacher Spatenstich: UTN baut Campus in Nürnberg weiter aus
- Siemens-Tochter Evosoft stellt Geschäftsbetrieb in Nürnberg ein
- Günther Beckstein steigt in Projektentwicklung von Gewerbeimmobilien ein
GMN investiert 28 Millionen Euro in neue Produktionshalle in Nürnberg
Mit dem feierlichen Spatenstich hat die Nürnberger GMN Paul Müller Industrie GmbH den Bau einer neuen Produktionshalle für die Fertigung von Hochpräzisions-Kugellagern gestartet. Das Unternehmen investiert rund 28 Millionen Euro und tätigt damit die größte Einzelinvestition der vergangenen 30 Jahre. Der Neubau entsteht im Nürnberger Nordosten am Stammsitz an der Äußeren Bayreuther Straße beziehungsweise an der Pirnaer Straße. Auf rund 8.650 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sollen künftig hochgenaue Kugellager gefertigt werden. Bei voller Auslastung werden dort etwa 85 Mitarbeitende tätig sein. Nach Angaben von GMN stammt das bisherige Produktionsgebäude aus dem Jahr 1932. Mit dem Neubau wolle das Familienunternehmen die Grundlage für die kommenden Jahrzehnte der Fertigung in Nürnberg schaffen und zugleich ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Nürnberg setzen.
Die neue Halle wird speziell auf höchste Präzision ausgelegt. So wird unter anderem ein Feinmessraum schwingungsentkoppelt gebaut, um äußere Einflüsse wie Erschütterungen durch die nahegelegene Bahnlinie zu minimieren. Zudem setzt GMN auf Automation, autonome Transportsysteme sowie energieeffiziente Technik. Geplant sind unter anderem Geothermie, eine Photovoltaikanlage mit rund 430 Kilowatt-Peak und ein Akkuspeicher. Das Gebäude soll deutlich weniger Energie verbrauchen als der Altbau und ohne fossile Brennstoffe auskommen. Wirtschaftsreferentin Dr. Andrea Heilmaier bezeichnete die Investition als Zeichen für „Mut, Standorttreue und den Glauben an den Standort Nürnberg“. Die Fertigstellung der neuen Produktionshalle ist für Ende 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll Anfang 2028 erfolgen.
Stadtmission Nürnberg und Diakonie Fürth planen Zusammenschluss
Die Stadtmission Nürnberg und das Diakonische Werk Fürth wollen sich zum 1. Januar 2027 zusammenschließen. Ziel der geplanten Fusion ist es, die soziale Arbeit im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen langfristig zu stärken und Angebote dauerhaft zu sichern. Zur Stadtmission Nürnberg gehört bereits die Diakonie Erlangen. Gemeinsam würden die Organisationen künftig mehr als 2700 Mitarbeitende beschäftigen. Nach Angaben der Verantwortlichen sollen die bestehenden Angebote für Klientinnen und Klienten unverändert bestehen bleiben. „Wir bündeln gemeinsam unsere Stärken und Kompetenzen, um auch künftig für die Menschen da zu sein, die Hilfe im Leben brauchen“, erklärte Kai Stähler, Vorstandsvorsitzender der Stadtmission Nürnberg. Auch die Diakonie Fürth betont, dass die Arbeit in Stadt und Landkreis Fürth gemeinsam mit den Mitarbeitenden fortgeführt werde.
Mit dem Zusammenschluss reagieren beide Träger auf steigende Anforderungen in der Sozialwirtschaft, zunehmenden Fachkräftemangel sowie wachsenden wirtschaftlichen Druck. Durch die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen wollen Stadtmission Nürnberg und Diakonie Fürth ihre organisatorische und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit stärken. Die Diakonie Fürth beschäftigt rund 600 Mitarbeitende und ist unter anderem in der ambulanten und stationären Pflege, der Sozialen Arbeit sowie im Quartiersmanagement aktiv. Die Stadtmission Nürnberg betreibt gemeinsam mit der Diakonie Erlangen mehr als 80 Einrichtungen und Projekte. Für den gemeinsamen Neustart 2027 ist zudem ein neuer einheitlicher Name geplant. Die Verantwortlichen betonen dabei, dass nicht nur ein formaler Zusammenschluss vorgesehen sei, sondern auch ein gemeinsames kulturelles Zusammenwachsen über die Stadtgrenzen hinweg.
Vienna Insurance Group vollzieht Übernahme der NÜRNBERGER
Die Vienna Insurance Group (VIG) hat den Erwerb der NÜRNBERGER Beteiligungs-AG abgeschlossen. Nach Angaben des Unternehmens wurden alle regulatorischen Freigaben erteilt. Die Transaktion gilt als die größte in der Unternehmensgeschichte der VIG. Bereits im Sommer 2025 hatte die Versicherungsgruppe angekündigt, eine Mehrheitsbeteiligung an der Nürnberger zu prüfen. Nach einem öffentlichen Erwerbsangebot hält die VIG nun 99,2 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte an der Nürnberger. VIG-CEO Hartwig Löger erklärte, die Nürnberger solle innerhalb der Gruppe künftig als richtungsgebender Anbieter von Biometrie-Produkten positioniert werden. Gleichzeitig soll die starke Marke Nürnberger erhalten bleiben.
Auch die Nürnberger sieht in dem Zusammenschluss Chancen für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Vorstandschef Harald Rosenberger betonte, die Transformation zum Präventionsversicherer solle durch die Zugehörigkeit zur VIG beschleunigt werden. Davon sollen Kundinnen und Kunden, Vertriebspartner sowie Mitarbeitende profitieren. Die Vienna Insurance Group ist mit mehr als 50 Versicherungsgesellschaften und Pensionskassen in 30 Ländern aktiv und betreut nach eigenen Angaben über 33 Millionen Kundinnen und Kunden. Die Gruppe setzt auf eine Mehrmarkenstrategie und lokales Unternehmertum. Laut Pressemitteilung soll dies auch mit einer Standortsicherung und dem Erhalt der Identität der Marke Nürnberger verbunden werden.
wirdenkenlokal übernimmt Social Media Marketing für Optik Amberg
Die Agentur wirdenkenlokal erweitert die Zusammenarbeit mit Optik Amberg in Erlangen und übernimmt künftig das Social Media Marketing des Premium-Augenoptikers. Nachdem bereits in der Vergangenheit gemeinsame Videoproduktionen umgesetzt wurden, liegt der Fokus nun auf einem einheitlichen und strategisch ausgerichteten digitalen Auftritt. Ziel ist es, die Marke Optik Amberg in den sozialen Netzwerken klarer zu positionieren und eine hochwertige, wiedererkennbare Darstellung zu schaffen. Dafür verantwortet wirdenkenlokal die Konzeption sowie die Produktion professioneller Bild- und Videoinhalte. Die Inhalte sollen gezielt über Instagram und Facebook ausgespielt werden, um Reichweite, Wiedererkennung und Kundenbindung zu stärken.
Die Kommunikation richtet sich sowohl an potenzielle Kundinnen und Kunden als auch an mögliche Bewerberinnen und Bewerber. Neben dem Sortiment des Erlanger Optikers stehen dabei auch die Menschen hinter dem Unternehmen, der Arbeitsalltag sowie besondere Benefits im Mittelpunkt. Grundlage der neuen Strategie war laut Unternehmen eine umfassende Analyse der bisherigen Social-Media-Aktivitäten. Optik Amberg befindet sich im denkmalgeschützten Besoldschen Haus in der Erlanger Innenstadt. Die historische Bausubstanz wurde mit einem modernen Ladenbaukonzept kombiniert und soll künftig auch im digitalen Auftritt sichtbar werden. Mit dem neuen Projekt setzen beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit langfristig fort.
Fünffacher Spatenstich: UTN baut Campus in Nürnberg weiter aus
Die Technische Universität Nürnberg (UTN) treibt den Ausbau ihres Campus im neuen Stadtteil Lichtenreuth weiter voran. Im Jubiläumsjahr ihres fünfjährigen Bestehens wurde mit einer großen Baufeier der Startschuss für gleich fünf neue Gebäude gegeben. Gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder, Wissenschaftsminister Markus Blume, Bauminister Christian Bernreiter und Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König feierte die UTN den Spatenstich für den sogenannten Learning Hub sowie vier weitere Gründungsgebäude. Der Learning Hub soll moderne Lehr- und Lernflächen mit Gruppenarbeitsräumen, offenen Kommunikationsbereichen, einem bibliothekarischen Lernzentrum sowie einer Cafeteria bieten. Die Fertigstellung ist für das Wintersemester 2027/28 geplant.
Parallel dazu entstehen im Norden des Campus vier weitere Gebäude mit Lehr-, Forschungs- und Arbeitsflächen, Laboren und Werkstätten. Sie sollen die Grundlage für Forschung, studentisches Leben und neue Formen der Zusammenarbeit schaffen. Die Fertigstellung dieser Gebäude ist für das Wintersemester 2029/2030 vorgesehen. Insgesamt investiert der Freistaat Bayern laut Staatsregierung rund 660 Millionen Euro in die erste Entwicklungsstufe der Universität. Im Endausbau soll die UTN Platz für bis zu 6000 Studierende, bis zu 200 Professorinnen und Professoren sowie rund 1800 Beschäftigte bieten. Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die Universität als „echtes Zukunftsprojekt“, während Oberbürgermeister Marcus König die UTN als wichtigen Impulsgeber für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Nürnberg hervorhob.
Siemens-Tochter Evosoft stellt Geschäftsbetrieb in Nürnberg ein
Die Nürnberger Siemens-Tochter Evosoft wird ihre Geschäfte voraussichtlich bis Ende 2027 einstellen. Laut Nürnberger Nachrichten sind davon insgesamt 377 Arbeitsplätze betroffen, darunter rund 320 Stellen in Nürnberg. Hintergrund ist eine neue Konzernstrategie von Siemens, nach der Dienstleistungen und Softwarelösungen künftig verstärkt intern vergeben werden sollen. Die bisher von Evosoft übernommenen Aufträge sollen künftig direkt von Siemens-Einheiten oder internationalen Standorten des Konzerns bearbeitet werden. Ein großer Teil der Leistungen werde bereits heute in internationalen Hubs unter anderem in Ungarn, Rumänien, der Türkei und Indien erbracht. Evosoft erzielt nach Angaben des Unternehmens rund 95 Prozent seines Geschäfts mit Siemens-Aufträgen.
Wie Siemens-Sprecher Bernhard Lott erklärte, soll der Stellenabbau möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. Gemeinsam mit dem Betriebsrat sollen nach Pfingsten Regelungen für einen Interessenausgleich und Sozialplan erarbeitet werden. Erst danach beginne die Frist zur schrittweisen Abwicklung des Unternehmens. Für die Beschäftigten sollen laut Siemens ähnliche Lösungen gelten wie für Mitarbeitende des Mutterkonzerns. Zudem verwies das Unternehmen darauf, dass die betroffenen Ingenieure, IT-Spezialisten und Software-Entwickler gute Chancen auf neue Stellen innerhalb des Konzerns hätten. Siemens habe aktuell rund 2000 offene Stellen zu besetzen.
Günther Beckstein steigt in Projektentwicklung von Gewerbeimmobilien ein
Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein engagiert sich künftig als Immobilien-Projektentwickler. Die Fürther Holding GB & Cie hat ihre Projektentwicklungskapazitäten in die neu gegründete GB & Cie Development GmbH ausgelagert. Geplant ist die Entwicklung von rund 500.000 Quadratmetern Gewerbeimmobilien im nordbayerischen Raum. Das Unternehmen mit Sitz in Fürth ist nach eigenen Angaben als inhabergeführter Projektentwickler und Bestandshalter für Gewerbe- und Wohnimmobilien aktiv. Zu den Initiatoren und Gesellschaftern zählen neben Beckstein auch der Fürther Architekt Jürgen Lischka sowie Immobilienexperte Stefan Harder.
Die Gesellschaft investiert nach eigenen Angaben vor allem in Projektentwicklungen und Bestandsimmobilien in Bayern. Im Fokus stehen unter anderem Gewerbeparks, Logistikimmobilien, Standorte für Technologie- und Pharmaunternehmen sowie Rechen- und KI-Zentren. GB & Cie betont dabei einen nachhaltigen und langfristigen Entwicklungsansatz mit ressourcenschonender Bauweise und ESG-Standards. Zudem verweist das Unternehmen auf seine politische und wirtschaftliche Vernetzung in der Region. Günther Beckstein bringt dabei laut Unternehmensdarstellung insbesondere sein politisches Netzwerk und institutionelle Erfahrung in die Gesellschaft ein.
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Constantin Kaindl
Herausgeber
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