Patrick Meyerle ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht. Er leitet die PLUTA-Niederlassungen Nürnberg und Würzburg. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind die Insolvenzverwaltung, die Restrukturierung und Sanierung von Unternehmen in Krisensituationen und die Begleitung von Schutzschirmverfahren.
Im Interview mit Bürobesuch.de erklärt er, welche Fehler von Unternehmen bei Insolvenzen gemacht werden, was er sich für die Wahrnehmung von Insolvenzen in der Gesellschaft wünscht und wie er einer 7-jährigen seinen Beruf erklärt.

Wie erklären Sie einer 7-Jährigen Ihren Beruf?
„Eine Fußballmannschaft muss Tore schießen, damit sie erfolgreich ist und eine Firma muss Sachen mit Gewinn verkaufen, damit sie erfolgreich ist.
Wie ein Fußballtrainer die Mannschaft mit der richtigen Aufstellung unterstützt wieder Tore zu schießen, unterstütze ich die Firma und die Mitarbeiter wieder Geld zu verdienen.“
Herr Meyerle, Sie haben schon viele Firmen durch schwierige Phasen begleitet – was war für Sie der prägendste Fall, an den Sie sich bis heute erinnern?
„Die prägendsten Fälle waren die, bei denen man einsehen muss, dass die vorgefundenen Rahmenbedingungen eine Sanierung nicht mehr möglich machen.“
Sie haben einmal gesagt, viele Geschäftsführer beschäftigen sich zu spät mit der Frage, wie eine Insolvenz vermieden werden kann. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
„Geschäftsführer sind Unternehmenslenker. Manche verlieren aus den Augen, dass Umsatz nicht Gewinn ist. Viele kümmern sich vorwiegend um die operativen Abläufe, um ihre Kunden und um steigende Umsätze.. Sie wissen oft überhaupt nicht, dass die Insolvenz schon droht.“
my beauty clinic: Natürlichkeit als Prinzip

Die my beauty clinic in Nürnberg verfolgt eine klare Vision: ästhetische Medizin, die nicht verändert, sondern unterstreicht, was bereits schön ist. Hier geht es nicht um Standardlösungen, sondern um individuelle Ergebnisse, die natürlich, harmonisch und authentisch wirken.
„Weniger ist mehr“ lautet das Prinzip – und dieses zeigt sich in jeder Behandlung: modern, präzise und dabei stets mit dem Ziel, die persönliche Ausstrahlung sanft zu betonen. Ob erste kleine Veränderungen oder gezielte Optimierungen – bei my beauty clinic wird jede Behandlung maßgeschneidert geplant. Im Fokus stehen dabei Wohlbefinden, Authentizität und medizinische Sicherheit.
Die Vision der Klinik basiert auf einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse moderner Patientinnen und Patienten: selbstbewusst, informiert und mit einem klaren Blick für natürliche Ästhetik. In der Metropolregion Nürnberg hat sich my beauty clinic damit als vertrauensvolle Anlaufstelle für alle etabliert, die Schönheit nicht als Ideal, sondern als persönliche Stärke begreifen.
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Welche Fehler beobachten Sie bei Geschäftsführern am häufigsten, wenn es auf eine Insolvenz zugeht?
„‚Insolvenzgefahr‘ ist spätestens seit Corona in den Medien sehr präsent. Dennoch gibt es weiterhin viele Unternehmen, die keine Frühwarnsysteme eingeführt haben und sich zu spät Hilfe holen. Eine belastbare Liquiditätsplanung würde oft schon reichen, um eine Insolvenz frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.
Branchenübergreifend gilt: Wenn die Qualität nicht mehr stimmt, geht es bergab. Egal ob bei Dienstleistungen oder bei der Produktion. Bis vor ein paar Jahren waren häufige Gründe die mangelnde Anpassung an neue Entwicklungen und fehlende Investitionsbereitschaft.
Im produzierenden Gewerbe finden Insolvenzverwalter oft einen veralteten Maschinenpark vor mit dem weder in der Geschwindigkeit noch in der Qualität Produkte wettbewerbsfähig hergestellt werden können. Neuerdings kommt noch hinzu, dass die Abhängigkeit von einem oder wenigen Kunden von heute auf morgen in eine Krise führen kann. Wenn die Aufträge wegbrechen und nicht schnell ersetzt werden können, nutzt dann auch der modernste Maschinenpark nichts.“
Was sind die wichtigsten Schritte, damit ein Unternehmen ein Insolvenzverfahren nicht nur übersteht, sondern daraus gestärkt hervorgeht?
„Es hilft meistens nichts, durch die Insolvenz nur die alten Schulden loszuwerden. Der bloße Schuldenschnitt ist keine Sanierung und führt meist nach kurzer Zeit in die Folgeinsolvenz.
Es müssen die Gründe für die Krise analysiert und behoben werden. Das ist oft für alle Beteiligten mit nicht unerheblichen Anstrengungen verbunden.“
Wie unterscheidet sich eine Sanierung in einer dynamischen Branche – etwa der Digitalwirtschaft – von einem klassischen Industrieunternehmen?
„Vor allem in der Geschwindigkeit. Am Anfang einer Insolvenz bedeutet das für den vorläufigen Insolvenzverwalter und sein Team schnelle Entscheidungen und schnelles Handeln. Unternehmen in der Digitalwirtschaft sind von ihren Kunden viel leichter, oft nur mit einem „Klick“ auszutauschen. Sie haben selten ein Alleinstellungsmerkmal.
Ein klassisches Industrieunternehmen hingegen hat meist langjährige, gewachsene Geschäftsbeziehungen. Auftraggeber stellen oft Werkzeuge und Formen bei die aufwändig verlagert werden müssten. Das trägt zu einer gewissen Loyalität und zu Zugeständnissen bei den Kunden bei.“
Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen würden Sie sich wünschen, um Unternehmenssanierungen in Deutschland einfacher zu machen?
„Ich finde die gesetzlichen Rahmenbedingungen zwischenzeitlich ganz gut gelungen. Da hat man sich in den vergangenen Jahren viele Gedanken gemacht und brauchbare Sanierungsinstrumente geschaffen.
Problematischer ist die Tatsache, dass es noch nicht gelungen ist, Rahmenbedingungen zu schaffen, die erst gar nicht dazu führen, dass ein Unternehmen saniert werden muss. Und da meine ich nicht nur die Forderung nach günstiger Energie. Auch wenn den Begriff „Bürokratieabbau“ niemand mehr hören kann. Hier müssen wir alle dringend ran. Das betrifft vor allem, aber nicht nur staatliche Behörden.
Erstaunt es Sie nicht auch, dass Sie beim Arzt oder in Krankenhäusern immer noch mit einem Patientenbogen in Papier ins Wartezimmer gesetzt werden und Ihre Adresse und weitere Informationen auf mehreren Blättern mit einem Kugelschreiber einzutragen haben, die dann von medizinischem Fachpersonal in einen Computer übertragen und das Papier in Ordnern abgeheftet wird. Aber nicht nur im medizinischen Bereich ist das so. Kürzlich habe ich mein Auto in eine Vertragswerkstatt zur Reparatur gebracht und einen Mietwagen erhalten. Nach Hause gefahren bin ich mit dem Mietwagen, aber auch mit acht DINA4 Seiten in Papier, die von einem Mitarbeiter teils händisch ausgefüllt werden mussten und dann kopiert wurden.
All das bindet unnötig die Kapazitäten von Fachkräften, die wir für die Wertschöpfung und für die internationale Wettbewerbsfähigkeit dringend für wichtige Arbeiten bräuchten.“
Was wünschen Sie sich für die Wahrnehmung von Insolvenzverfahren in der Gesellschaft?
„Auch hier habe ich den Eindruck, dass sich das Bewusstsein in der Gesellschaft bereits geändert hat. Eine Insolvenz wird nicht mehr zwangsläufig mit persönlichem Scheitern verbunden.
Wir sind auf einem guten Weg, dass man eine Krise, selbst wenn sie zu einem Insolvenzverfahren führt als Chance begreift. Krisen löst man nicht durch Vorwürfe, sondern durch Zuspruch, Motivation und Unterstützung.“
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Constantin Kaindl
Herausgeber

