Impuls

„Wie geht Netzwerken richtig, Constantin Kaindl?“

Netzwerken ist kein Talent, sondern eine Strategie, die oft genau dort beginnt, wo man sich am unwohlsten fühlt. Constantin Kaindl, Herausgeber von Bürobesuch.de und Gründer der wirdenkenlokal GmbH, erklärt im Interview, warum er selbst kein geborener Netzwerker ist, weshalb „mehr geben als nehmen“ der wichtigste Grundsatz ist und wie aus zufälligen Begegnungen echte Chancen entstehen.

Ein Gespräch über ehrliches Interesse, die Wirkung von LinkedIn – und warum Franken beim Netzwerken endlich eine Schippe drauflegen sollte.


Wie würden Sie einer 7-Jährigen erklären, was Sie beruflich machen?

Ich baue Bühnen für Menschen, damit sie sichtbar werden und andere ihnen zuhören.

Sie werden oft als Netzwerker beschrieben. War das schon immer so?

Eigentlich bin ich kein guter Netzwerker. Deshalb organisiere ich viele Netzwerkveranstaltungen, die so gestaltet sind, wie ich sie mir wünsche.

Wenn ich auf Veranstaltungen gehe und niemanden kenne, tue ich mich schwer, Kontakte zu knüpfen. Ich stehe oft abseits und beobachte erst einmal. Wenn ich bekannte Gesichter sehe, bleibe ich bei ihnen und lerne keine neuen Leute kennen.

Deshalb gestalte ich meine eigenen Veranstaltungen, bei denen ich die Teilnehmer durch Spiele wie Polaroid-Suchen oder Plüschtiere zum Netzwerken anrege.

Ist Netzwerken also nicht in Ihrer DNA?

Ich war schon immer extrovertiert. Im Kindergarten bastelte ich Dinge und verkaufte sie an Eltern. In der Schule verkaufte ich Handys und mit 16 gründete ich ein Online-Stadtmagazin.

In meiner Familie sind viele selbstständig, aber nicht gut vernetzt. Das hat mich geärgert, weil ich dachte, gute Jobs führen zu Kontakten. Also baute ich mein eigenes Netzwerk auf und lernte, wie man es richtig macht. Natürlich bin ich dabei auch schon gescheitert.

Was war ein prägender Netzwerk-Moment für Sie?

Fabian Tausch, ein Podcaster, riet mir, beim Netzwerken mehr zu geben als zu nehmen. Das habe ich verinnerlicht.

Ein weiteres Erlebnis war, als mich jemand in einer Tiefgarage erkannte, weil er meine LinkedIn-Posts kannte. Das zeigte mir, wie mächtig LinkedIn sein kann, wenn man es richtig nutzt.

Ist LinkedIn für Sie also mehr Segen als Fluch?

LinkedIn kann ein Fluch sein, wenn es nur zum Verkaufen genutzt wird. Es ist jedoch ein Segen, um sich zu vernetzen und neue Kontakte zu knüpfen. Es bietet die Möglichkeit, sich strategisch zu positionieren und sichtbar zu werden.

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Wie hat Ihre Zeit im Zollhof Ihr Verständnis vom Netzwerken geprägt?

Der Zollhof ist als Startup-Inkubator perse ein riesen Netzwerk. Er hat mir gezeigt, wie einfach es sein kann, ins Gespräch zu kommen und öffnete Türen zu Partnern, die uns weiterhalfen.

Was macht ein gutes Netzwerk aus?

Ein gutes Netzwerk zeigt sich, wenn man zurückgerufen wird. Es geht darum, echtes Interesse an Menschen zu haben und ihnen zu helfen, ohne sofortige Gegenleistung zu erwarten.

Synergien entstehen durch ehrliches Engagement.

Was machen viele beim Netzwerken falsch?

Viele versuchen, sofort zu verkaufen. Das ist vergleichbar mit einem Heiratsantrag beim ersten Date. Das funktioniert nicht.

Man sollte sich für Menschen interessieren und Mehrwert bieten, ohne Hintergedanken.

Wie wird aus einem ersten Kontakt eine langfristige Beziehung?

Durch regelmäßige, relevante Kontaktpunkte mit echtem Mehrwert. Netzwerken lebt davon, sich sinnvoll – beispielsweise mit spannenden Artikeln oder Podcasts zu einem individuellen Interesse der Person – in Erinnerung zu bringen und persönliche Treffen einzuplanen.

Wie wichtig ist Vorbereitung beim Netzwerken – oder lebt es vom Zufall?

Beides ist wichtig. Vorbereitung hilft, Menschen zu erkennen und zuzuordnen. Ich kann mir gut Gesichter einprägen und auch Autokennzeichen in Erinnerung behalten, sodass ich die Menschen direkt mit Namen ansprechen kann und auch weiß, wo sie tätig sind. Das ist ein super Einstieg für ein kurzes Gespräch. Zufällige Begegnungen können aber ebenso wertvoll sein.

Was macht ein gutes Netzwerkevent aus?

Ein gutes Event bietet Abwechslung und Überraschungen. Es bringt spannende Leute zusammen und sorgt dafür, dass sie sich vernetzen. Lange Keynotes sind ermüdend.

Außerdem ist eine sorgfältige Auswahl der Teilnehmer entscheidend. Bei den Bürobesuch-Events haben wir eine sehr harte Tür, bei der ich sozusagen im Vorfeld Türsteher spiele.

Welche Rolle spielt die Region Nürnberg beim Netzwerken?

Nürnberg könnte sich besser vermarkten. Wir sollten offener sein und unsere Erfolge zeigen. Besonders in der Start-up-Szene funktioniert das Netzwerken gut, aber es gibt noch Potenzial.

Der Begriff des „Lobkartells“ ist aktuell im Aufkommen, was ich sehr begrüße.

Wie können mittelständische Unternehmen Netzwerken besser nutzen?

Netzwerke helfen in der Personalsuche, im Vertrieb, im Marketing und sogar bei der Flächensuche. Viele Unternehmen unterschätzen das Potenzial und sollten gezielter vorgehen.


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Beste Grüße & vielen Dank

Constantin Kaindl

Herausgeber

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