Impuls

„Was kann unsere Region vom Silicon Valley lernen, Saber Kaygusuz?“

Warum entstehen die erfolgreichsten Tech-Unternehmen der Welt ausgerechnet im Silicon Valley – und was können wir daraus lernen? Saber Kaygusuz, Inhaber der PCB Arts GmbH – Partner für intelligente Embedded-Systeme, High-End Embedded Technologie und integrierte Prozessoren, gibt im Interview mit bürobesuch.de spannende Einblicke in die Mechanismen hinter dem Silicon Valley.

Er erklärt, warum es dabei weniger um Technologie als um Haltung geht, mehr um Mut statt um Absicherung und ums Ausprobieren statt Durchplanen. Ein Gespräch über Fehlerkultur, Innovationsgeist und die unbequeme Erkenntnis, dass echter Fortschritt selten im sicheren Raum entsteht.


Wie erklärt man einer 7-Jährigen das Silicon Valley?

Das Silicon Valley ist ein Ort in San José, USA, wo die erfolgreichsten Hightech-Firmen der Welt wie Adobe, Google, Apple, Intel, Netflix, PayPal und NVIDIA auf einem Fleck sind.

Warum ist das Silicon Valley so erfolgreich?

Es ist der Kreislauf des Silicon Valley: Weltkonzerne holen sich die besten Ingenieure der Welt, da sie enorm viel Umsatz oder Gewinn pro Mitarbeiter erwirtschaften. Dadurch können sie auch dementsprechende Gehälter zahlen. Die höchsten Gehälter im Hightech-Bereich gibt es im Silicon Valley und somit auch die besten Talente.

Dadurch entsteht auf einmal weltweite Expertise auf einer Fläche halb so groß wie Mittelfranken. Die ökonomische Kraft holen sich die Firmen aus der Branche, in der sie tätig sind: Hightech. Jedoch ist das auch der Anlaufpunkt für junge Menschen, die die Ambition haben, einen Fußabdruck zu hinterlassen. Und auf einmal entsteht ein Ökosystem, das enorme finanzielle Mittel hat und das richtige Mindset besitzt. Das wiederum lockt Investoren an und der Kreislauf im Silicon Valley ist komplett.

Welche Rolle spielen Mut, Fehlerkultur und schnelles Ausprobieren im Silicon Valley?

Amerikaner sind grundsätzlich anders als Europäer, sie testen aus und regulieren später. In Europa machen wir das genau andersherum. Ohne eine ordentliche Fehlerkultur würde das Silicon Valley gar nicht funktionieren, Europa wiederum schon.

Innovation ist ausprobieren, Fehler machen und noch mal ausprobieren, das wird im Silicon Valley enorm gefördert – mit Wagniskapital, welches man als Startup in wenigen Tagen einsammelt und nicht Monate dafür benötigt. 

Wie können Unternehmen hier innovativer werden?

Einfach handeln, statt jeden Business-Case durchzurechnen. Menschen mit der richtigen Motivation vertrauen und ihnen Freiräume geben. Fehler sind der Nährboden der Innovation.

Ein Innovationsbudget für jeden Mitarbeiter ermöglicht Experimente ohne lange Freigabeprozesse. Bei PCB Arts fördern wir das seit Beginn, indem jeder etwa KI-Assistenten testen kann.

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Was sind die größten Unterschiede zwischen unserer Region und dem Silicon Valley?

Wir müssen verstehen, dass Sicherheit nur dann sinnvoll ist, wenn es etwas zu schützen gibt. Deutschland hat viel zu bewahren, doch wir bauen Schutzkuppeln und vergessen, dass darin die Luft ausgeht. Der größte Unterschied: Wir wollen den Status quo schützen, während das Silicon Valley erkannt hat, dass echter Schutz im Wachstum liegt.

Welche Denkweise fehlt uns im Vergleich zum Silicon Valley?

Die Denkweise, einfach mal zu machen und auszuprobieren. Die wenigsten Fehler im Unternehmen haben einen so großen Impact, dass die komplette Firma davon abhängt. Wir sind Experten darin das „Was wäre wenn“ komplett durchzudenken und haben für eine Situation alle möglichen Szenarien skizziert und Pläne daraus abgeleitet.

Aber vielleicht funktionieren Dinge auch einfach auf Anhieb, und man hat sich Gedanken umsonst gemacht – klar ist es sinnvoll, Dinge zu Ende zu denken. Wenn wir jedoch alle Verästelungen durchdenken, haben wir viel Potenzial falsch investiert.

Welche Rolle spielen Netzwerke und Zusammenarbeit dort – und was können wir davon übernehmen?

Man kennt sich untereinander, sowohl im Silicon Valley als auch in unserer Region. Netzwerken ist enorm wichtig, und Netzwerken bedeutet oft auch einfach, anderen einen Gefallen zu tun, sein Netzwerk zu öffnen und andere davon profitieren zu lassen.

Genau so entsteht eine Atmosphäre in einer ganzen Region, die sich gegenseitig unterstützt. Ich würde sagen, dass wir hier bereits gut aufgestellt sind. Vielleicht können wir noch etwas offener werden.


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Constantin Kaindl

Herausgeber

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