Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
in diesem Bürobesuch.de-Newsletter fassen wir Ihnen einmal pro Woche die wichtigsten Wirtschafts-Nachrichten aus der Region rund um Nürnberg zusammen.
Die Themen:
- StUB-Streit um Adidas-Campus: Konzern widerspricht Berichten über Drohungen
- IHK vertieft Kooperation mit Kenia zur Fachkräftegewinnung
- Starker Jubiläumsjahrgang: Spielwarenmesse begeistert Branche aus 121 Nationen
- ZOHO.VC erreicht First Closing: 70 % Fondsvolumen gesichert und fünf Investments getätigt
- Chinesischer Konzern Anta wird größter Puma-Aktionär
- Sichtbar mit Bewegtbild – Videos powered by wirdenkenlokal
- Nicht nur Fürth betroffen: Möbelhaus Flamme beendet bundesweit sein Geschäft
- Telefonseelsorge der Stadtmission Nürnberg erhält 10.000 Euro Unterstützung
- Silbury startet KI-Software für Nachhaltigkeitsreporting
StUB-Streit um Adidas-Campus: Konzern widerspricht Berichten über Drohungen
Die Debatte um die Trassenführung der Stadt-Umland-Bahn (StUB) durch den Adidas-Campus in Herzogenaurach hat zuletzt neue Schärfe bekommen. Auslöser ist ein Bericht, über den die Nürnberger Nachrichten berichten und der auf Darstellungen der Süddeutschen Zeitung Bezug nimmt: Demnach soll Adidas-CEO Bjørn Gulden bei einem hochrangigen Gespräch mit Politik und Planern deutlich geworden sein und sogar mit einem Stellenabzug aus Herzogenaurach gedroht haben, falls an der geplanten Campus-Querung festgehalten werde. Hintergrund ist, dass die StUB nach aktuellen Planungen über öffentlichen Grund direkt durch das Firmengelände führen soll – eine Lösung, die Adidas seit Jahren ablehnt und stattdessen eine Umfahrung des Campus fordert.
Diese zugespitzte Darstellung weist Adidas jedoch entschieden zurück. Laut den Nürnberger Nachrichten erklärte Konzernsprecher Stefan Pursche, die Schilderungen seien nicht korrekt, das Treffen sei sachlich verlaufen und man befinde sich weiterhin im konstruktiven Austausch. Auch der CSU-Landtagsabgeordnete Walter Nussel, der an dem Gespräch teilgenommen hatte, sprach von einem normalen, klärenden Treffen ohne Drohungen, wenn auch mit klaren Positionen. Bürgermeister German Hacker (SPD) äußerte sich ebenfalls zurückhaltend, betonte den lösungs- und zielorientierten Charakter der Gespräche und zeigte sich zuversichtlich, dass in absehbarer Zeit eine Einigung zur StUB-Trasse gefunden werden könne.
IHK vertieft Kooperation mit Kenia zur Fachkräftegewinnung
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Mittelfranken hat ihre Zusammenarbeit mit Kenia zur Gewinnung qualifizierter Fachkräfte weiter ausgebaut. Anlass war ein einwöchiger Besuch einer kenianischen Delegation aus Regierung, Behörden und Bildungseinrichtungen in der Region. Im Rahmen dessen unterzeichneten die IHK, das Work-and-Stay-Center Mittelfranken (in Gründung), die Auslandshandelskammer Ostafrika (AHK) sowie das State Department for Diaspora Affairs der kenianischen Regierung eine gemeinsame Absichtserklärung (Letter of Intent). Ziel ist es, die Mobilität von Fachkräften zwischen Kenia und Mittelfranken zu erleichtern und Prozesse von der Anwerbung bis zur Integration besser aufeinander abzustimmen. Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Bundesagentur für Arbeit sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der bayerischen Landespolitik.
Ein zentraler Baustein der Kooperation war zudem ein IHK-Kammergespräch, bei dem Roseline K. Njogu, Staatssekretärin im kenianischen Diaspora-Ministerium, digital aus Nairobi zugeschaltet war. Unter dem Leitgedanken „Grenzen müssen keine Grenzen für Chancen sein“ betonte sie die Bedeutung von Migration als Kreislauf von Wissen und Chancen für beide Länder. Diskutiert wurden unter anderem Sprachbarrieren, Anerkennungsverfahren, der hohe Informationsbedarf von Fachkräften sowie die wichtige Rolle der kenianischen Diaspora in Deutschland. IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch hob hervor, dass mit Projekten wie einer gemeinsamen digitalen Anlaufstelle und dem neuen Work-and-Stay-Center Mittelfranken konkrete Strukturen entstehen, um internationale Fachkräfte gezielt zu begleiten. Grundlage der vertieften Zusammenarbeit ist das deutsch-kenianische Migrationsabkommen von 2024, auf dem die Partner nun weiter aufbauen wollen.
Starker Jubiläumsjahrgang: Spielwarenmesse begeistert Branche aus 121 Nationen
Die 75. Spielwarenmesse hat vom 27. bis 31. Januar in Nürnberg eindrucksvoll ihre Rolle als weltweit führende Branchenplattform bestätigt. Mit 2.313 Ausstellern aus 68 Ländern und rund 58.900 Besucherinnen und Besuchern aus 121 Nationen (+2,5 %) präsentierte sich die Messe internationaler denn je. Besonders das wachsende Segment der Kidults sowie neue Formate und vielfältige Networking-Möglichkeiten stießen auf großes Interesse. Trotz herausfordernder geopolitischer Rahmenbedingungen war die Stimmung optimistisch: 93 % der Aussteller zeigten sich zufrieden. Die hohe internationale Relevanz unterstrichen starke Zuwächse aus den USA, Asien, Mexiko und der Türkei sowie ein konstant hohes Besucherniveau aus Deutschland.
Inhaltlich setzte die Spielwarenmesse mit den ToyTrends „AI Loves (to) Play“ und „Creative Mindfulness“ sowie dem Fokus auf Lizenzgeschäft, Innovation und Wissenstransfer wichtige Impulse. Formate wie das Toy Business Forum, die Value of Play Conference und die Game Inventors Convention wurden ebenso positiv aufgenommen wie Events zur Vernetzung, darunter ToyNight und RedNight, die die ToyCity Nürnberg auch abseits der Messehallen erlebbar machten. Die hohe Zufriedenheit spiegelt sich im Ausblick wider: 90 % der Aussteller planen bereits ihre Rückkehr 2027 nach Nürnberg – ein klares Bekenntnis zur Metropolregion Nürnberg als zentralem Treffpunkt der globalen Spielwarenbranche.
ZOHO.VC erreicht First Closing: 70 % Fondsvolumen gesichert und fünf Investments getätigt
Der neue Venture-Capital-Arm des Nürnberger ZOLLHOF – Tech Incubators, ZOHO.VC, hat beim First Closing seines ersten Fonds bereits 70 % des angestrebten Fondsvolumens erreicht – und das ganze zehn Monate vor dem geplanten finalen Closing. Diese Geschwindigkeit gilt im aktuellen Marktumfeld als außergewöhnlich und zeigt laut ZOHO.VC das große Vertrauen der Investoren in die Umsetzungsstärke des Teams um Dennis Kirpensteijn, Benjamin Bauer und Nicolas Sievers. Unterstützt werden sie von Dr. Judit Klein, Head of Startups beim ZOLLHOF. Der Fonds fokussiert sich auf frühe Finanzierungsrunden von technologiegetriebenen Startups mit starker Verankerung im ZOLLHOF-Ökosystem. Besonderes Augenmerk liegt auf DeepTech-Unternehmen und universitären Spin-Offs.
Bereits zum First Closing konnte ZOHO.VC fünf Startups ins Portfolio aufnehmen – darunter auch Merge Labs, ein Projekt von Sam Altman und FAU-Alumnus Alex Blania, dessen Finanzierungsrunde vom OpenAI Startup Fund angeführt wurde. Der Fonds plant, im Laufe des Jahres 2026 das Zielvolumen weiter aufzustocken, um gezielt Teams mit dem Potenzial zur Lösung zentraler Zukunftsfragen zu fördern. Mit Sitz in Nürnberg und tiefem Zugang zu technischen Netzwerken und Startup-Initiativen positioniert sich ZOHO.VC als strategischer Partner für junge Technologieunternehmen in der Pre-Seed- und Seed-Phase.
Chinesischer Konzern Anta wird größter Puma-Aktionär
Der Sportartikelhersteller Puma aus Herzogenaurach bekommt einen neuen Großaktionär aus China: Anta Sports übernimmt 29 Prozent der Aktien und wird damit größter Anteilseigner. Die Anteile stammen von der französischen Milliardärsfamilie Pinault, die seit 2010 bei Puma engagiert war. Eine vollständige Übernahme ist laut Anta derzeit nicht geplant. In einer Mitteilung betont der chinesische Konzern, dass Puma unabhängig bleiben und ein deutsches Unternehmen bleiben soll – zugleich wird jedoch eine Vertiefung der Partnerschaft geprüft. Der Deal soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden und hat auch für die Metropolregion Nürnberg große wirtschaftliche Bedeutung.
Der Einstieg erfolgt in einer wirtschaftlich schwierigen Phase für Puma. Das Unternehmen plant einen umfassenden Umbau, inklusive des Abbaus von rund 900 Stellen, und will sich wieder stärker im Premium- und Markensegment positionieren. Der neue CEO Arthur Hoeld sieht im Einstieg von Anta einen Vertrauensbeweis und Unterstützung beim Ausschöpfen des Markenpotenzials. Anta Sports zählt zu den größten Sportartikelherstellern weltweit und verfolgt mit dem Investment das Ziel, seine internationale Präsenz weiter auszubauen – nach Zukäufen wie Jack Wolfskin nun auch mit einem starken Standbein in Herzogenaurach.
Sichtbar mit Bewegtbild – Videos powered by wirdenkenlokal

Wenn Videos nicht nur schön aussehen, sondern wirklich wirken sollen, braucht es mehr als eine Kamera: eine Strategie, die Recruiting stärkt, Produkte erklärt und Marken erlebbar macht – über alle Kanäle hinweg.
Genau hier setzt wirdenkenlokal an: Von Imagefilm und Recruitingvideo über Produkt- und Erklärfilm bis zu Event-Aftermovie, Kundenstimmen und Social-Media-Snippets – produziert wird die komplette Bandbreite moderner Unternehmensfilme.
Das Besondere: Inhalte werden ganzheitlich gedacht. Aus einem Dreh entstehen Varianten für Website, LinkedIn, Instagram & Co., damit Ihr Investment maximal arbeitet.
Als Medienhaus und Agentur kombiniert wirdenkenlokal Produktion und Verbreitung: Reichweite über Social Media und eigene regionale Medienmarken inklusive – messbar für Ziele wie Bewerbungen, Bekanntheit oder Leads.
Ihr Vorteil auf einen Blick:
- Ein Team – alle Formate: Image, Recruiting, Produkt, Erklärfilme, Events, Testimonials, Social Snippets.
- Mehr Output pro Dreh: Varianten für alle Kanäle – effizient und passgenau.
- Reichweite inklusive: Distribution über Social Media und regionale Medienmarken.
Jetzt Projekt starten – unverbindlich anfragen:
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Nicht nur Fürth betroffen: Möbelhaus Flamme beendet bundesweit sein Geschäft
Wie die Fürther Nachrichten berichten, steht das endgültige Aus des Möbelhauses Flamme fest: Neben dem traditionsreichen Standort auf der Fürther Hardhöhe werden auch die verbleibenden fünf Filialen in Deutschland noch in diesem Jahr geschlossen. Der Ausverkauf läuft bereits, bundesweit sind rund 300 Beschäftigte betroffen. Das in Bremen gegründete Unternehmen begründet den Schritt mit einer umfassenden Abwägung gesamtwirtschaftlicher, politischer und behördlicher Faktoren und stellt sein Handelsgeschäft vollständig ein – ein weiterer Einschnitt für den stationären Möbelhandel in der Metropolregion Nürnberg.
Für Irritationen sorgt die unterschiedliche Darstellung der Ursachen. Während Unternehmensvertreter und Flyer zum Räumungsverkauf behördliche Brandschutzauflagen als Hauptgrund nennen, widerspricht der Fürther Wirtschaftsreferent Horst Müller dieser Darstellung deutlich. Aus seiner Sicht waren es vor allem wirtschaftliche Gründe und der starke Wettbewerbsdruck in einem von Ikea, Höffner und XXXLutz dominierten Markt, die zur Schließung führten. Trotz der entstandenen Verstimmung arbeitet die Stadt nun daran, für die rund 14.000 Quadratmeter große Immobilie eine gewerbliche Nachnutzung zu finden, um die Wirtschaftskraft des Standorts Fürth zu erhalten.
Telefonseelsorge der Stadtmission Nürnberg erhält 10.000 Euro Unterstützung
Die Telefonseelsorge der Stadtmission Nürnberg leistet rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr wichtige Hilfe für Menschen in seelischen Krisensituationen. Diese Arbeit wird erneut durch die Manfred Roth-Stiftung (NORMA) unterstützt, die eine Spende in Höhe von 10.000 Euro bereitgestellt hat. Die Stiftung engagiert sich bereits seit Jahren für das Angebot in der Metropolregion Nürnberg und unterstreicht damit die gesellschaftliche Bedeutung niedrigschwelliger Hilfsangebote, die jederzeit erreichbar sind.
Aktuell engagieren sich rund 70 Ehrenamtliche bei der Telefonseelsorge der Stadtmission Nürnberg. Um Ratsuchende professionell begleiten zu können, sind regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen notwendig. Die Spende wird unter anderem dafür eingesetzt, steigende Kosten – etwa für Tagungshäuser und Übernachtungen – abzufedern. Zudem hat kürzlich eine neue einjährige Ausbildungsgruppe mit 19 Teilnehmenden begonnen.
Silbury startet KI-Software für Nachhaltigkeitsreporting
Mit MIA SUSTAIN hat die Silbury Deutschland GmbH eine neue KI-gestützte Softwarelösung für VSME- und CSRD-konformes Nachhaltigkeitsreporting auf den Markt gebracht. Das Tool richtet sich an kleine Betriebe, mittelständische Unternehmen sowie größere Organisationen, die steigende ESG-Anforderungen effizient erfüllen müssen. MIA SUSTAIN unterstützt den gesamten Prozess – von der strukturierten Datenerfassung bis zum fertigen Nachhaltigkeitsbericht – und wird als SaaS-Lösung ab 89 Euro pro Monat angeboten. Die Plattform ist DSGVO-konform, wird in Europa gehostet und ermöglicht eine unternehmensweite Zusammenarbeit über Standorte hinweg.
Kernstück der Software ist die integrierte KI-Agentin „Mia“, die Anwender Schritt für Schritt durch das Reporting führt, regulatorische Fragen beantwortet, Analysen unterstützt und automatisch Textvorschläge für Berichte erstellt. Funktionen wie eine KI-gestützte SWOT-Analyse, Stakeholderanalyse und eine nachvollziehbare Wesentlichkeitsmatrix sollen Unternehmen dabei helfen, Nachhaltigkeit nicht nur zu dokumentieren, sondern strategisch zu steuern. Entwickelt wurde MIA SUSTAIN vom Expertenteam der Silbury Deutschland GmbH mit Sitz in Fürth bei Nürnberg, das für seine Arbeit unter anderem mit dem Preis für Nachhaltigkeit 2025 und dem Award of Innovation 2024 ausgezeichnet wurde.
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Einen guten Start in die Woche wünscht
Constantin Kaindl
Herausgeber
