Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
in diesem Bürobesuch.de-Newsletter fassen wir Ihnen einmal pro Woche die wichtigsten Wirtschafts-Nachrichten aus der Region rund um Nürnberg zusammen.
Die Themen:
- Fürth startet Ideen- und Gründerwettbewerb „CITYMACHER“ für die Innenstadt
- StUB in Herzogenaurach: Offenbar Einigung zur Umplanung am Adidas-Campus
- Enforce Tac 2026: Nürnberg festigt Rolle als europäische Schlüsselplattform für Sicherheit und Verteidigung
- Wormser wird Teil der Cloppenburg Gruppe: Zukunft für BMW-Standorte in Franken gesichert
- Puma schreibt 2025 Rekordverlust – 1400 Stellen fallen weg
- KI als Standortstrategie: Nürnberg will führende KI-Region in Nordbayern werden
- Handwerk in Mittelfranken: Acht Forderungen an die Kommunen zur Wahl 2026
- DATEV wird 60: Dr. Robert Mayr betont Verantwortung und Zukunftsauftrag
- Dr.-Erler-Kliniken in Nürnberg als Vorreiter bei der elektronischen Patientenakte
Fürth startet Ideen- und Gründerwettbewerb „CITYMACHER“ für die Innenstadt
ie Stadt Fürth sucht kreative Köpfe: Unter dem Titel „CITYMACHER“ wurde ein Ideen- und Gründerwettbewerb ins Leben gerufen, der neue, zukunftsfähige Impulse für die Innenstadt setzen soll. Bei der offiziellen Auftaktveranstaltung betonte Wirtschaftsreferent Horst Müller, dass die Kampagne in dieser Form einzigartig in Bayern sei. Auch wenn die Innenstadt der Kleeblattstadt derzeit gut aufgestellt ist, wolle man gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Jung frühzeitig handeln, um das hohe Niveau zu sichern und Leerstände gar nicht erst entstehen zu lassen. Ziel sei es, präventiv aktiv zu werden und die Attraktivität des Standorts nachhaltig zu stärken.
Gesucht werden Menschen mit neuen Ideen oder bereits tragfähigen Konzepten – ob für Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk, Dienstleistungen oder innovative Mischformen. Innenstadtmanagerin Verena Tykvart ruft alle Bürgerinnen und Bürger zur Beteiligung auf. Die drei überzeugendsten Konzepte werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt und gemeinsam mit starken regionalen Partnern wie der VR Teilhaberbank Fürth, der infra fürth und der IHK Fürth bei der Umsetzung unterstützt. Der Wettbewerb läuft bis 30. Juni, ein Pop-Up-Office in der Königstraße 79 gegenüber dem Rathaus dient als Anlaufstelle. Weitere Informationen gibt es unter www.citymacher.de.
StUB in Herzogenaurach: Offenbar Einigung zur Umplanung am Adidas-Campus
In der Diskussion um die Trassenführung der Stadt-Umland-Bahn (StUB) in Herzogenaurach zeichnet sich offenbar eine Einigung ab. Wie aus dem Umfeld der Beteiligten zu hören ist, habe sich in Verhandlungen zwischen der Staatsregierung, der Stadt Herzogenaurach, dem StUB-Zweckverband und dem Unternehmen Adidas eine Lösung herauskristallisiert. Demnach soll die Straßenbahn nicht wie ursprünglich geplant zwischen den Firmengebäuden hindurchführen, sondern den Adidas-Campus umfahren. Eine endgültige Vereinbarung steht jedoch noch aus, da zunächst eine Mehrheit im Herzogenauracher Stadtrat zustimmen muss. Die Umplanung soll im nichtöffentlichen Teil einer Sitzung behandelt werden. Bürgermeister German Hacker (SPD) äußerte sich zurückhaltend, sprach aber von „sehr guten Gesprächen“ und zeigte sich zuversichtlich.
Offenbar ist auch die Kostenfrage geklärt: Adidas habe zugesagt, die durch die geänderte Trassenführung entstehenden Mehrkosten für Planung, Bau und einen zusätzlichen Triebwagen zu übernehmen. Durch die südliche Umfahrung würden mehrere Hundert Meter Gleise zusätzlich verlegt, die Fahrtzeit verlängere sich um etwa eine Minute. Details zur finanziellen Ausgestaltung sind bislang nicht öffentlich. Ein Schlichtungsgespräch unter Beteiligung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) soll zuvor kontrovers verlaufen sein. Nun hängt die Entscheidung am Stadtrat. Eine mögliche Umplanung wird auch in Erlangen aufmerksam verfolgt, wo sie als möglicher Präzedenzfall für weitere Anpassungen gilt.
Enforce Tac 2026: Nürnberg festigt Rolle als europäische Schlüsselplattform für Sicherheit und Verteidigung
Die Enforce Tac 2026 hat in Nürnberg einen deutlichen Entwicklungsschritt vollzogen und sich mit über 1.400 Ausstellern aus 45 Ländern sowie rund 26.500 Fachbesuchern aus 100 Nationen als zentrale europäische Plattform für den Sicherheits- und Verteidigungsdialog etabliert. Erstmals stand die Leitmesse unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz und wurde vom Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) ideell getragen. Unter dem Leitthema „Vernetzte Sicherheit“ rückte die Messe strategischen Austausch, industrielle Skalierung und eine vernetzte Sicherheitsarchitektur in den Fokus. Mit der neu eingeführten Enforce Tac Conference samt Main Stage und Inno Stage wurde das Format inhaltlich vertieft und um eine eigenständige Konferenzebene erweitert.
Inhaltlich prägten Themen wie der Schutz kritischer Infrastrukturen, digitale Resilienz, die Verzahnung von Cyber- und Verteidigungsfähigkeit sowie internationale Kooperationen das Programm. Erstmals setzte die Messe mit der Armored Forces Area zudem einen Schwerpunkt auf landgebundene militärische Fähigkeiten, der ab 2027 fest integriert werden soll. Insgesamt nutzten 24 Delegationen aus 16 Ländern die Veranstaltung für industriepolitische Gespräche und bilaterale Kooperationen. Nürnbergs Oberbürgermeister Markus König betonte die gewachsene Bedeutung der Messe für Deutschland und Bayern als Standort der Sicherheits- und Verteidigungsbranche. Die nahezu vollständige Ausbuchung für 2027 unterstreicht die strategische Positionierung der Enforce Tac als europäische Leitplattform.
Wormser wird Teil der Cloppenburg Gruppe: Zukunft für BMW-Standorte in Franken gesichert
Nach mehr als 50 Jahren als BMW Partner in der Region stellt die Wormser Gruppe die Weichen neu: Die Standorte Erlangen-Tennenlohe, Coburg und Forchheim werden an die Cloppenburg Automobil SE übergeben. Für Kundinnen und Kunden soll sich dabei nichts ändern – der Name Wormser bleibt bestehen, ebenso das vertraute Team und die bekannten Ansprechpartner vor Ort. Auch Service- und Geschäftsbeziehungen werden nahtlos fortgeführt. Mit der Übernahme baut die Cloppenburg Gruppe ihre Präsenz in Franken weiter aus und ergänzt ihre bestehenden Standorte in Ansbach und Bad Windsheim.
Die Marken BMW und MINI bleiben weiterhin fester Bestandteil des Angebots. Gleichzeitig eröffnet die Einbindung in eine größere Automobilgruppe zusätzliche Perspektiven: Zum wachsenden Portfolio zählen unter anderem XPENG mit vollelektrischen Fahrzeugen sowie Maxus im Bereich leichte Nutzfahrzeuge. Auch regional will die Gruppe ihr Engagement verstärken, etwa mit einer Präsenz auf der Freizeit Messe Nürnberg vom 4. bis 8. März 2026. Die Verantwortlichen bedanken sich für das langjährige Vertrauen und kündigen an, die Kundschaft auch künftig persönlich, kompetent und zuverlässig zu betreuen.
Puma schreibt 2025 Rekordverlust – 1400 Stellen fallen weg
Der Sportartikelhersteller Puma aus Herzogenaurach ist 2025 tief in die Verlustzone gerutscht. Statt eines Gewinns wie im Vorjahr steht unterm Strich ein Fehlbetrag von rund 644 Millionen Euro, nach zuvor gut 281 Millionen Euro Plus. Der Umsatz brach um 13,1 Prozent auf knapp 7,3 Milliarden Euro ein, währungsbereinigt lag das Minus bei 8,1 Prozent. Besonders stark betroffen waren die wichtigen Märkte Nordamerika (minus 19 Prozent) und China (minus 16 Prozent). Das operative Ergebnis fiel von 549 Millionen Euro auf minus 357 Millionen Euro, die Nettoverschuldung stieg deutlich auf gut 1,1 Milliarden Euro. Eine Dividende wird nicht ausgeschüttet. Die Krise hatte bereits personelle Folgen: Vorstandschef Arne Freundt ging, ebenso die langjährige Kommunikationschefin, und das Management wurde umgebaut.
Neuer Vorstandsvorsitzender ist seit Juli Arthur Hoeld, der von einem „Jahr der Transformation“ spricht. Im Zuge dieses Prozesses streicht Puma weltweit 1400 Stellen, konkrete Zahlen für Herzogenaurach nannte das Unternehmen nicht. Zudem ist der chinesische Sportartikelhersteller Anta neuer Großaktionär, nachdem er das rund 29-prozentige Aktienpaket der Groupe Artémis übernommen hat. Für das laufende Jahr erwartet Puma einen weiteren Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein operatives Minus zwischen 50 und 150 Millionen Euro. Hoffnung setzt das Unternehmen unter anderem auf die boomende Sportart Hyrox, bei der Puma als Ausrüster und Partner auftritt, sowie auf den Abbau hoher Lagerbestände über Outlets.
KI als Standortstrategie: Nürnberg will führende KI-Region in Nordbayern werden
Die Wirtschaftsförderung Nürnberg setzt mit einem klaren strategischen Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) ein deutliches Zeichen im Standortwettbewerb. Ziel ist es, die Metropolregion nachhaltig als eine der führenden KI-Regionen Deutschlands zu etablieren. KI gilt dabei als zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Fachkräftesicherung. Die neue KI-Standortstrategie verfolgt unter anderem den Aufbau eines leistungsfähigen KI-Clusters aus Unternehmen, Startups, Forschung und Politik, die Stärkung der Gründungsdynamik sowie den Ausbau spezifischer Infrastrukturen wie leistungsfähiger Rechenzentren. Herzstück ist der im Januar 2025 gestartete AI HUB Nürnberg, der Unternehmen kostenfrei informiert, berät und vernetzt. Seitdem wurden über 400 Betriebe – insbesondere KMU und Handwerksunternehmen – erreicht. Unterstützt wird der HUB von einem Netzwerk aus rund 70 Expertinnen und Experten, darunter DATEV, noris network, Bechtle, Nokia, Fraunhofer IIS, TH Nürnberg und die FAU Erlangen-Nürnberg.
Ergänzt wird die Strategie durch das KI-Leitevent „Künstliche Intelligenz in der Praxis“, das im November 2025 rund 300 Teilnehmende nach Nürnberg brachte und 2026 sowie 2027 fortgeführt wird. Auch auf europäischer Ebene positioniert sich die Region: Der Freistaat Bayern reichte 2025 eine Interessensbekundung für eine KI-Gigafactory bei der EU ein, deren Standortentscheidung 2026 erwartet wird. Im Nordostpark entsteht zudem ein KI-Anwendungscluster mit rund 100 Unternehmen und 4.000 Beschäftigten sowie Forschungseinrichtungen und Teilen der Technischen Universität Nürnberg. Mit dem Ausbau des ZOLLHOF Tech Incubator zur ZOHO Factory sollen insbesondere KI-Startups optimale Bedingungen erhalten. Nürnberg verfolgt damit konsequent eine langfristige, praxisnahe KI-Strategie zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Nordbayern.
Handwerk in Mittelfranken: Acht Forderungen an die Kommunen zur Wahl 2026
Im Vorfeld der bayerischen Kommunalwahl 2026 legt das mittelfränkische Handwerk seine Erwartungen an Politik und Verwaltung vor. Es betont seine Bedeutung als tragende Säule der Region: In Mittelfranken sorgen rund 22.500 Betriebe täglich dafür, dass gebaut, installiert, gestaltet und versorgt wird. Damit Kommunen stark bleiben, brauche es auf lokaler Ebene verlässliche Rahmenbedingungen – denn „eine starke Kommune braucht ein starkes Handwerk“. Zugleich signalisiert das Handwerk Dialogbereitschaft und bietet an, gemeinsam konkrete Lösungen zu entwickeln.
Kern der Positionierung sind acht zentrale Forderungen: die Mobilitätswende gemeinsam mit der Wirtschaft gestalten, Energie- und Klimapolitik mit dem Handwerk meistern, Ausbildungsattraktivität steigern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern, die Verwaltung modernisieren, Vergaben mittelstandsfreundlich gestalten, den Mittelstand steuerlich entlasten und Standorte clever nutzen – inklusive Gewerbeflächen sowie Ausbau von Internet und Mobilfunk. Ergänzend benennt das Papier regionale Anliegen, etwa in Fürth (Brückensanierungen, Schlachthof), Erlangen (Steuerbelastungen, Struktur der Wirtschaftsförderung), Nürnberg (handwerkstaugliche Flächen, Innovationsräume) oder Westmittelfranken (Baustellenbürokratie, Smart Stores).
DATEV wird 60: Dr. Robert Mayr betont Verantwortung und Zukunftsauftrag
In einem LinkedIn-Beitrag zum 60-jährigen Jubiläum der DATEV eG macht Dr. Robert Mayr, CEO der DATEV eG, deutlich, dass das Jubiläum kein Anlass für einen reinen Rückblick sei, sondern ein Versprechen an den Berufsstand. Was 1966 als Selbsthilfeeinrichtung Nürnberger Steuerbevollmächtigter begann, habe sich zu einem digitalen Ökosystem mit mehr als 9.000 Mitarbeitenden und rund 40.000 Mitgliedern entwickelt. Entscheidend sei dabei stets das Selbstverständnis als Plattform und Partner gewesen. Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen verweist Mayr auf die E-Rechnung als Digitalisierungstreiber sowie auf Künstliche Intelligenz, die Routinetätigkeiten übernimmt, Texte strukturiert und Abweichungen erkennt. Kanzleien, die jetzt gezielt in Technik, Ausbildung und Organisation investieren, sicherten ihre Wettbewerbsfähigkeit.
DATEV habe sich strategisch entsprechend ausgerichtet – mit der Transformation des Portfolios in die Cloud, mit sicheren Datenräumen und der Öffnung für Partnerlösungen. Gleichzeitig betont Dr. Robert Mayr, dass Technik allein nicht ausreiche. Es brauche Menschen, die Verantwortung übernehmen – in Kanzleien, in der Ausbildung und im Mandat. Gemeinsam mit Kammer und Verband appelliert die Genossenschaft, auszubilden, Kanzleien weiterzuentwickeln und als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Vertrauen, Verlässlichkeit und Gemeinschaft seien nicht digitalisierbar. Die zentrale Botschaft des CEO: Die Zukunft der Steuerberatung werde nicht im Silicon Valley, sondern in den Kanzleien und Teams vor Ort entschieden – und müsse aktiv gemeinsam gestaltet werden.
Dr.-Erler-Kliniken in Nürnberg als Vorreiter bei der elektronischen Patientenakte
Ein Artikel auf Süddeutsche.de beleuchtet die schleppende Umsetzung der elektronischen Patientenakte (ePA) in deutschen Krankenhäusern – und stellt dabei die Dr.-Erler-Kliniken in Nürnberg als positives Beispiel heraus. Seit Oktober sind Kliniken und Praxen verpflichtet, Befunde in die ePA hochzuladen. Während bundesweit viele Häuser noch mit technischen und organisatorischen Hürden kämpfen und laut Gematik bislang nur gut die Hälfte der Kliniken überhaupt eine Akte geöffnet hat, laden die Dr.-Erler-Kliniken nach eigenen Angaben bereits rund 250 Dokumente täglich hoch. Das chirurgische Fachkrankenhaus wurde dafür sogar von der Gematik besucht und öffentlich gelobt: Die ePA sei dort vollständig ausgerollt, viele Upload-Prozesse liefen bereits automatisiert.
Das freigemeinnützige Nürnberger Haus ist weder Uniklinik noch Großkrankenhaus, hat das Thema aber konsequent zur Chefsache erklärt. In der Notaufnahme profitieren die Ärzte bereits vom Zugriff auf Medikamentenlisten und Allergiehinweise, was insbesondere bei nicht ansprechbaren oder dementen Patienten entscheidend sein kann. Während viele Kliniken noch über Abläufe, Aufklärungspflichten und technische Integration diskutieren, zeigen die Dr.-Erler-Kliniken laut dem SZ-Bericht, dass die praktische Umsetzung möglich ist. Damit nehmen sie in Bayern und bundesweit eine Vorreiterrolle ein – in einem Projekt, das ab April flächendeckend greifen muss, da sonst gesetzliche Sanktionen drohen.
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Einen guten Start in die Woche wünscht
Constantin Kaindl
Herausgeber
