Impuls

„Was macht gute und funktionierende Kitas aus, Michael Bergmann?“

Michael Bergmann, Gründer von Business by Nature GmbH und littlebigFuture, hat einen klaren Fokus: die Zukunft der Kitas. Mit einem betriebs- und volkswirtschaftlichen Hintergrund sowie jahrelanger Erfahrung in der Kitabranche, weiß er, worauf es ankommt. Sein Ansatz bei littlebigFuture gGmbH: Investition in moderne Kita-Rahmenbedingungen und vor allem in die Menschen, die sie mit Leben füllen.

Doch was macht eine gute Kita aus? Im Interview mit bürobesuch.de gibt Bergmann Einblicke in die Herausforderungen, strukturellen Voraussetzungen und die Bedeutung von klaren Prozessen und Teamarbeit. Erfahren Sie, wie eine wirklich gut geführte Kita den Alltag der kleinen und großen Menschen mit Freude erfüllt und welche Vision Michael Bergmann für die Zukunft der frühkindlichen Bildung hat.


Wie erklären Sie einer 7-Jährigen, was eine gut organisierte Kita ausmacht?

Ich bin es gewohnt, mit 7-Jährigen zu sprechen, da ich selbst eine Tochter in dem Alter habe. Ihre Kitazeit liegt nicht lange zurück. Deshalb frage ich sie: „Was hat dir in deiner Kita gefallen? Warum warst du gerne dort? “ Eine gute Kita orientiert sich an der Perspektive der Kinder. Ich frage nach ihren Erzieherinnen und Erziehern, Projekten und Entdeckungen. Wenn sie Freude zeigt, hat die Kita vieles richtig gemacht.

Sollte ich dann noch den erwachsenen Erklärbar geben – in unserer Firma ist übrigens der Eisbär im Logo – dann so: In einer gut organisierten Kita wissen alle, was zu tun ist. Die Erzieherinnen und Erzieher passen auf dich auf und helfen dir. Es gibt Zeiten und Orte zum Spielen, Essen und Ausruhen. Draußen ist viel Platz zum Toben und Forschen. Die Erwachsenen begleiten dich gern beim Spielen und Lernen, aber du darfst auch mitbestimmen, wie dein Tag in der Kita verläuft.

Was macht eine gute und funktionierende Kita aus?

Kitas sind mehr als Betreuungsorte – sie sind der erste Bildungsort außerhalb der Familie. Ob sie als „gut“ gelten, hängt vom Blickwinkel ab: Eltern achten auf ihr Kind und stabile Betreuung, die Kommune auf geringe Defizite. Kitas bedienen viele Interessen und haben einen bedeutenden gesellschaftlichen Auftrag.

Bei littlebigFuture denken wir Kita vom Kind her. Pädagogische Qualität ist unser Kern. Unser Konzept umfasst 80 Seiten und wird in den Einrichtungen gelebt. Qualität beginnt mit einer gelungenen Eingewöhnung, die wir „anEINanderGEWÖHNUNG“ nennen. Kita ist ein komplexes Beziehungsgeflecht: Inklusion und Vielfalt in den Gruppen, Bildungspartnerschaft mit Eltern, Zusammenarbeit im Trägernetzwerk und mit Partnern wie Kommunen oder Unternehmen.

Kita funktioniert, wenn sich alle wohlfühlen. Zentral ist die Selbstwirksamkeit, die wir mit „Ich bin wer. Ich kann was.“ ausdrücken. Wenn das alle spüren, stimmt die Atmosphäre. Neben dem inneren Kern zählen auch äußere Rahmenbedingungen.

Welche strukturellen Voraussetzungen braucht eine Kita, um langfristig gut zu funktionieren?

Unsere Kitas brauchen ein stabiles Fundament und finanzielle Sicherheit – von Politik, Verwaltung und uns als Träger. Wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, die Kitaplätze für Mitarbeitende schaffen wollen: eine Möglichkeit, sich im Wettbewerb um Fachkräfte abzuheben.

Wir investieren in moderne Rahmenbedingungen und in die Menschen, die unsere Kitas beleben. Unser Schlüssel ist unser Personal: verlässlicher Betreuungsschlüssel, stabile Teams und deren Weiterentwicklung durch Fortbildung.

Wir unterstützen Kitaleitungen und Teams durch Fachberatung und ein starkes Backoffice, das administrative Aufgaben übernimmt. So können sich Fachkräfte auf die Kinder konzentrieren. Unser Motto: „Gemeinsam gestalten statt verwalten.“ Dazu gehören digitale Strukturen und durchdachte Räume. Lernen in und mit der Natur spielt eine große Rolle: Wir betreiben Waldkitas und naturnahe Außenbereiche. Innenräume sind hell und einladend, unterstützen Kinder beim Forschen und entlasten das Team. Digitale Infopoints ersetzen die Zettelwand und erleichtern die Kommunikation mit Eltern.

Was unterscheidet eine durchschnittliche von einer wirklich gut geführten Kita?

Eine gut geführte Kita erfüllt ihren Bildungsauftrag und bereichert den Alltag der Menschen dort mit Freude und Raum zum Wachsen. Die Basis ist finanzielle Stabilität. Nur so wirken die Elemente echter Kitaqualität: genügend und gut ausgebildetes Personal, ästhetische Räume, klare Prozesse und eine entlastende Verwaltung.

Rückendeckung und Wertschätzung für Mitarbeitende schaffen ein stabiles Team, das sich mit Leidenschaft um die Kinder kümmert. Die Stimmung im Team spüren Kinder und Familien schnell. Proaktive Kommunikation und eine offene Fehlerkultur sind wichtig, um Feedback als Chance zur Verbesserung zu sehen.

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Wie wichtig sind klare Prozesse und Abläufe in einer Kita?

Klare Abläufe sind für alle in der Kita wichtig. Schon die Kleinsten brauchen Rituale, um sich sicher zu fühlen. Sie geben Orientierung und schaffen Ruhe. Auch für das Team sind verlässliche Prozesse wertvoll. Wenn die Grundstrukturen stehen, kann das Team flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren. Neue Mitarbeitende finden sich schneller ein, und die Gruppe bleibt stabil. Bei Neueröffnungen starten unsere Teams Wochen vorher, um sich einzuspielen. So vermitteln sie den Familien Vertrauen und Stabilität.

Neben weichen Faktoren gibt es harte Fakten: Kita-Arbeit bedeutet hohe Verantwortung. Beim Kinderschutz brauchen wir klare, standardisierte Abläufe. Hier zählt Sicherheit.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit im Team und mit Trägern?

Eine Kita ist kein Soloprojekt der Erzieherinnen und Erzieher, sondern ein Beziehungsgeflecht. Wenn es hakt, spüren das die Kinder sofort. Ein Team, das respektvoll und konstruktiv miteinander umgeht, lehrt Sozialverhalten ohne Worte.

Als Träger sind wir verantwortlich für Strategie, Ressourcen und Zukunftsfähigkeit der Kita. Wenn wir den Boden nicht bereiten, kann die beste Pädagogik keine Wurzeln schlagen. Nähe zwischen Kita und Träger ist uns wichtig. Wir setzen auf kurze Kommunikationswege und helfen spontan aus, wenn Personal fehlt.

Kurz gesagt: Zusammenarbeit und Zusammenhalt sind essenziell.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen für Kitas als Einrichtungen?

Kitas stehen unter Druck. Die Erwartungen an Bildung, Inklusion und Flexibilität steigen, während Fachkräfte fehlen. Die Gruppen werden vielfältiger, was mehr Zeit und qualifiziertes Personal erfordert. Personalmangel führt zu Überlastung und Engpässen. Viele Einrichtungen kürzen Öffnungszeiten oder schließen Gruppen, was Teams frustriert und Familien verunsichert.

Dazu kommen mehr Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben. Diese Zeit fehlt bei den Kindern. Wir sehen die Folgen in der Grundschule, etwa bei Sprachförderung. Der Druck wächst weiter: Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zieht Personal ab, und viele Kommunen können bauliche Anforderungen kaum stemmen. Der demografische Wandel verschärft die Situation langfristig.

Unser Ziel bleibt: Orte schaffen, an denen Kinder sicher und neugierig wachsen können. Das gibt unserer Arbeit Sinn – gerade in herausfordernden Zeiten.


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Beste Grüße & vielen Dank

Constantin Kaindl

Herausgeber

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