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KW44: Wie tickt die StartUp-Szene in Mittelfranken?

Liebe WEEKLY-Leserin, lieber WEEKLY-Leser, 

wissen Sie, wie es um die StartUp-Szene in Mittelfranken bestellt ist? Bayern ist nach Berlin Spitzenreiter, was die Gründung von StartUps angeht. Neben München ist dabei auch Mittelfranken eine wichtige Region. So kommen beispielsweise Firmen wie “immowelt.de, Design Offices, Smart City Systems, communicationAds oder Hydrogenious“ aus Nürnberg, Erlangen und Umgebung. Auch hinsichtlich Hubs und Förderzentren, finden sich hier Einrichtungen, die bundesweit vorne mit dabei sind. So ist das Medical Valley in Erlangen eines der wirtschaftlich stärksten und wissenschaftlich aktivsten Medizintechnik-Cluster weltweit und  bietet optimale Voraus­setzungen, um eine schnelle Entwicklung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen zu ermöglichen.

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Eines der Herzstücke der mittelfränkischen StartUp- und Gründerszene ist ohne Zweifel der ZOLLHOF. Drei Jahre nach seinem Start hat der Nürnberger Tech Incubator vor kurzem sein endgültigen Räumlichkeiten am Zollhof 7 bezogen. Dabei ist der  ZOLLHOF längst überregional bekannt und prägt die Nürnberger Gründerszene, wie niemand anderes. Er gilt dabei als der am schnellsten wachsende Tech Incubator Deutschlands und gehört zu den erfolgreichsten Gründerzentren in Bayern. Gemeinsam mit dem bereits erwähnten Medical Valley in Erlangen ist der ZOLLHOF eines der 12  „Digital Hubs“ in Deutschland, gefördert durch die Digital Hub-Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums.

Der COO der Einrichtung ist der gebürtige Zirndorfer Christian Shuster, der uns Rede und Antwort stand. Würde man einem 7-Jährigen Mädchen versuchen zu erklären, was genau der ZOLLHOF macht, würde man vermutlich sagen: „Hier wurde ein Ort geschaffen, an dem unterschiedlichste Menschen zusammenkommen, sich austauschen und voneinander lernen können.“ In anderen Worten, Shuster und der ZOLLHOF CEO Benjamin Bauer samt Team haben sich es zur Aufgabe gemacht, das StartUp-Ökosystem in Nürnberg und der Metropolregion weiterzuentwickeln. 

“Wir haben das einzigartige Potential der Region um die renommierte Uni erkannt, wollen es den Menschen einfacher machen zu gründen und ihnen im Idealfall alle Hürden nehmen.” so Shuster. Der ZOLLHOF bietet Raum zum Arbeiten, Netzwerken, Austauschen. Daneben gibt es zahlreiche Weiterbildungen, Veranstaltungen und auch eigene Projekte. Ein prominentes Beispiel, welches sich im Nürnberger Tech Incubator entwickelt und aufgrund seines Wachstums selbigen quasi an seine räumlichen Grenzen gebracht hat, ist das Unternehmen “Smart City Systems”, das mit seinem digitalen Konzept die Parkraumwirtschaft revolutioniert hat. Inzwischen ist die Firma allerdings “flügge” geworden und hat Räumlichkeiten bezogen, die der Mitarbeiterzahl gerecht werden. 

Generell ist die Gründerszene um Nürnberg, Fürth und Erlangen sehr facettenreich, auch wenn ein deutlicher Trend zu Health, Mobilität und Nachhaltigkeit zu beobachten ist. Geprägt bzw. etwas gehemmt ist sie allerdings durch das fränkische Naturell der Zurückhaltung. “Wir müssen ein Selbstbewusstsein entwickeln, das unserer Arbeit und unseren hervorragenden Leistungen gerecht wird. Wir haben ein einzigartig vernetztes Ökosystem, welches großartige Unternehmen, Ideen und Unternehmerinnen und Unternehmer hervorgebracht hat. Das sollten wir auch nach außen tragen”, meint Shuster. 

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Veranstaltungstipp: Nürnberg Digital Festival

Das Nürnberg Digital Festival steht wieder an, diesmal allerdings als “REMOTE”-Version, also als reine Online Veranstaltung. Die Veranstaltungsreihe vernetzt seit 2012 für rund zehn Tage im Jahr die Menschen in der Metropolregion Nürnberg zu den zentralen Themen der Digitalisierung in Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kultur.

Das Festival versteht sich als offenes Mitmach-Format der digitalen Community: Regionale Organisationen beteiligen sich als Veranstalter, um Wissen auszutauschen und die Chancen und Risiken der digitalen Gesellschaft zu diskutieren. Los gehts am 09. November 2020, auf der Webseite des Nürnberg Digital Festivals finden Sie alle Infos zur Anmeldung, den Tickets und das kompletten Programm.

Könnte eine Technologie aus Erlangen das Klimaproblem lösen?

Siemens-Entwickler aus Erlangen und Mitarbeiter des Essener Chemieunternehmen Evonik wurden für eine bahnbrechende Technologie mit dem Bayerischen Energiepreis ausgezeichnet. Gemeinsam arbeiten die Wissenschaftler am Projekt Rheticus.

Die Entwickler beider Firmen ahmen dabei die Natur nach und wandeln CO2 in Wasserstoff und nützliche Spezialchemikalien um. Bei dem künstlichen Photosynthese-Prozess wird dabei in einem ersten Schritt Kohlendioxid und Wasser mit Strom in Kohlenmonoxid (CO) und in Wasserstoff (H2) umgewandelt. „Die innovative Technologie hat das Potenzial, zum Gelingen der Energiewende beizutragen. Wir nutzen das CO2 als Rohstoff, um über künstliche Photosynthese wertvolle Chemikalien zu erzeugen und zugleich den Kohlenstoffkreislauf zu schließen.“ so Thomas Haas der für das Projekt mitverantwortlich ist. 

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Kurz & Knapp: Das hat sich in der Region getan

Nürnberg: Consumenta abgesagt
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie wurde nun auch die Nürnberger Verbrauchermesse “Consumenta” abgesagt. Die kurzfristige Absage dürfte die „Afag Messen und Ausstellungen“ als Veranstalterin um die fünf Millionen Euro kosten. Bereits gekaufte Eintrittskarten werden allerdings zurückerstattet.

Fürth: Skihelmhersteller UVEX geht sicher durch die Krise
Menschen in Beruf, Sport und Freizeit mit seinen Produkten zu schützen, hat die Uvex Gruppe sicher durch Corona und das Geschäftsjahr 2019/20 geführt. Die Firma hatte krisenbedingt auf die Produktion von schutzmasken umgestellt. Der erwirtschaftete Gesamtumsatz lag bei 480 Mio. Euro, ein Wachstum von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nürnberg: Immobilienmarkt boomt trotz Corona 
In Nürnberg wird weiter in Immobilien investiert, allerdings werden mittlerweile die Grundstücke knapp. Um die Nachfrage stillen zu können, braucht es dringend neuen Wohnraum. 27.000 Wohnungen müssten bis zum Jahr 2035 gebaut werden. Fraglich ist, wie diese Problem zu lösen ist.

Erlangen: Gastronomen setzten Luftfilter gegen Corona ein
Um auch in der kalten Jahreszeit, wenn Außenbetrieb und regelmäßiges Lüften nicht möglich ist Gäste zu empfangen und somit Umsatz zu generieren, setzen erste Erlanger Gastronomen auf Luftfilteranlagen. Die hierbei verwendete Technik: ein H14 HEPA-Hochleistungsfilter, wie er auch in OP-Sälen und Flugzeugen eingesetzt wird und dort für Reinluftniveau sorgt. Die “La Empanadaria” ist das erste Restaurant in Erlangen, welches diesen Weg einschlägt. So können dort im Innenbereich 30 der 55 Plätze bewirtet werden. Einige andere Gastronomen folgen nun diesem guten Beispiel.

Nürnberg: Söder will MAN bei Wasserstoff-Offensive fördern
Der LKW-Bauer MAN will seine Produktion von Dieselmotoren auf einen Wasserstoffantrieb umbauen. Der Freistaat will das Nürnberger Unternehmen dabei unterstützen, das kündigte Ministerpräsident Markus Söder am Montag bei einem Werksbesuch an.

Starten Sie gut in diese neue Woche.

Wir alle merken, aktuell werden die Corona-Maßnahmen in ganz Deutschland wieder angezogen. Einer repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter knapp 6.000 Menschen Mitte Oktober zufolge, will sich wohl  jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier eindecken. 

Unsere Bundesregierung hat darauf prompt reagiert und eine “Klopapier-Garantie” ausgesprochen, wie die BILD-Zeitung titelt. 

In unserer Redaktion sind wir uns einig, das Wort “Klopapier-Garantie” hat durchaus Potential “(Un-)Wort des Jahres” zu werden. In diesem Sinne, hamstern Sie nicht, halten sie Abstand und bleiben Sie Gesund!

Wir hören uns nächste Woche.

Ihr Constantin Kaindl

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