Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
in diesem Bürobesuch.de-Newsletter fassen wir Ihnen einmal pro Woche die wichtigsten Wirtschafts-Nachrichten aus der Region rund um Nürnberg zusammen.
Die Themen:
- Schaeffler expandiert: Künftig auch Bauteile für Kampfdrohnen
- RÖDL berät Siemens Energy bei Übernahme der Euto Energy-Gruppe
- Höhbauer will Geschäftsbetrieb im vorläufigen Insolvenzverfahren fortführen
- Über 50 Entscheider beim Netzwerkabend von Bürobesuch.de und KuhnleGold
- Schulhaus Holding gründet Gesellschaft für Sportmarketing
- Erster International Community Day bringt Fachkräfte und Unternehmen in Nürnberg zusammen
- Fürther Nella Gelateria zählt zu den Top 15 Eisdielen Deutschlands
- CeramTec eröffnet Erweiterungsbau für Medizintechnik in Marktredwitz
- Fachkonferenz in Coburg zeigt Chancen der Verteidigungsbranche für Zulieferer
- Erlanger Wirtschaft fordert von Oberbürgermeister Volleth klare Agenda und messbare Ziele
Schaeffler expandiert: Künftig auch Bauteile für Kampfdrohnen
Der Automobilzulieferer Schaeffler will angesichts der Krise in der Autoindustrie verstärkt neue Geschäftsfelder erschließen. Das erläuterte Vorstandschef Klaus Rosenfeld in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ). Demnach treibt Schaeffler die Expansion in Bereiche voran, in denen das Unternehmen bislang kaum Bauteile anbietet. Dazu zählt auch die Verteidigungsindustrie: Schaeffler baut inzwischen Teile für Kampfdrohnen. Rosenfeld bezeichnete Verteidigung gegenüber der NZZ als „eine andere Welt“.
Bis 2035 sollen Geschäftsfelder, in denen Schaeffler heute kaum mit Bauteilen vertreten ist, zehn Prozent des Umsatzes ausmachen. Damit sucht der traditionsreiche Automobilzulieferer angesichts der schwierigen Situation der Autoindustrie nach zusätzlichen Geschäftsmöglichkeiten. Im Interview äußerte sich Rosenfeld zudem zur Wirtschaftspolitik der deutschen Regierung. Hier sieht der Schaeffler-Chef noch Verbesserungspotenzial und sagte gegenüber der NZZ: „Da geht mehr.“
RÖDL berät Siemens Energy bei Übernahme der Euto Energy-Gruppe
Die internationale Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RÖDL hat Siemens Energy bei der Übernahme der Euto Energy-Gruppe umfassend in rechtlichen, finanziellen und steuerlichen Fragen beraten. Das teilte RÖDL am 21. September 2026 in Nürnberg mit. Die Transaktion wurde von einem internationalen und interdisziplinären Team von RÖDL und Van Campen Liem begleitet. Die Leitung übernahm RÖDL-Partner Patrick Satzinger, der gemeinsam mit Associate Partner Frederic Wolff auch die Gesamtprojektkoordination verantwortete.
Mit der Akquisition erweitert Siemens Energy sein Portfolio um die softwaredefinierte Plattform von Euto Energy und baut damit seine Kompetenzen bei der Digitalisierung von Umspannwerken und in der Energieautomation aus. Euto Energy ist auf Energieautomation und Smart Grids spezialisiert. Die entwickelte Plattform virtualisiert Schutz-, Automatisierungs- und Steuerungsfunktionen, die bislang traditionell in spezieller Umspannwerkshardware integriert sind. Dadurch sollen Netzbetreiber den Übergang zu digitalen Umspannwerken beschleunigen können.
Höhbauer will Geschäftsbetrieb im vorläufigen Insolvenzverfahren fortführen
Der Geschäftsbetrieb der Höhbauer GmbH wird auch im vorläufigen Insolvenzverfahren fortgeführt. Das Unternehmen verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter eine Sanierung zu erreichen und Höhbauer langfristig zu erhalten. Zugleich arbeitet das Unternehmen daran, die Auswirkungen des Verfahrens auf Kunden, Lieferanten und Partner so gering wie möglich zu halten. Kunden sollen zu den weiteren Entwicklungen und ihren jeweiligen Aufträgen direkt kontaktiert werden.
Für Fragen hat Höhbauer eine Kontaktmöglichkeit per E-Mail sowie telefonisch unter +49 (0) 9607/80-217 eingerichtet. Das Unternehmen weist darauf hin, dass in der frühen Phase des Verfahrens noch nicht alle Fragen beantwortet werden können. Viele Punkte sollen sich in den kommenden Wochen klären. Weitere Informationen zu den Sanierungsoptionen enthält eine Pressemitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters.
Über 50 Entscheider beim Netzwerkabend von Bürobesuch.de und KuhnleGold
Gemeinsam mit KuhnleGold lud Bürobesuch.de am 22. September 2026 über 50 Entscheiderinnen und Entscheider aus der Region zu einem Netzwerkabend ein. Im Mittelpunkt stand das Nürnberger Mutter-Sohn-Unternehmen von Birgit und Gabriel Kuhnle, das sich auf Goldankauf, Vintage-Schmuck und Luxusuhren spezialisiert hat. Birgit Kuhnle gründete KuhnleGold nach über 30 Jahren im Familienbetrieb und bringt mehr als 40 Jahre Erfahrung im Juwelierhandwerk mit.
Beim Live-Interview gaben Kerstin Hermann, Birgit und Gabriel Kuhnle Einblicke in ihren unternehmerischen Neuanfang, das Konzept hinter KuhnleGold sowie die ersten Höhen und Tiefen des jungen Unternehmens. Daneben bot der Abend lebendige Netzwerkrunden und einen Blick hinter die Kulissen des Ladengeschäfts in der Nürnberger Kaiserstraße. Für die passende Begleitung sorgten Catering und Schaumwein von Stenzinger. In lockerer Atmosphäre blieb dabei viel Raum für gute Gespräche, neue Kontakte und nachhaltiges Netzwerken in der Region
Schulhaus Holding gründet Gesellschaft für Sportmarketing
Die Schulhaus Holding GmbH erweitert ihre unternehmerische Struktur um den Bereich Sport. Wie CEO und Gesellschafter Arnd Feistel auf LinkedIn mitteilte, ist die Schulhaus Sportmarketing GmbH seit dieser Woche offiziell im Handelsregister eingetragen. In der neuen Gesellschaft will die Schulhaus-Gruppe ihre bestehenden und künftigen Aktivitäten in den Bereichen Sportmarketing, Sponsoring, Hospitality und sportbezogene Partnerschaften bündeln. Das Kerngeschäft der Gruppe bleibt nach Angaben Feistels weiterhin Bildung und Betreuung.
Gleichzeitig will die Schulhaus Holding die Möglichkeiten nutzen, die sich aus der Verbindung von Bildung, Sport, regionalen Netzwerken und starken Partnerschaften ergeben. Mit der eigenständigen Gesellschaft sollen dafür klare Strukturen geschaffen werden. Zugleich bildet sie die Grundlage, die entsprechenden Aktivitäten künftig wirtschaftlich eigenständig und transparent weiterzuentwickeln. Feistel freut sich nach eigenen Angaben auf die nächsten Schritte sowie auf die Zusammenarbeit mit bestehenden und zukünftigen Partnern.
Erster International Community Day bringt Fachkräfte und Unternehmen in Nürnberg zusammen
Der erste International Community Day Mittelfranken (ICD) findet am Samstag, 10. Oktober, von 10 bis 18 Uhr in der IHK Nürnberg für Mittelfranken und in der Ehrenhalle des Nürnberger Rathauses statt. Mehr als 50 Partner beteiligen sich an der Veranstaltung, die sich an internationale Fachkräfte, Studierende, Auszubildende und deren Familien sowie an Unternehmen und Personalverantwortliche richtet. An einem Ort erhalten Besucher Informationen unter anderem zu Berufsanerkennung, Bewerbung, Arbeitsmarkt, Fachkräfteeinwanderung, Sprachkursen, Bildung, Kinderbetreuung und Integration. Ergänzt wird das Angebot durch Vorträge und Workshops. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ein eigener Schwerpunkt widmet sich den Arbeitgebern und der Frage, wie internationale Fachkräfte gewonnen, in Betriebe integriert und langfristig in der Region gehalten werden können. In einer Gesprächsrunde berichten Unternehmen über Erfahrungen mit Rekrutierung, Onboarding und Herausforderungen im Arbeitsalltag. „Internationale Fachkräfte brauchen nicht nur einen Arbeitsplatz“, erklärt Markus Lötzsch, Hauptgeschäftsführer der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Entscheidend sei auch, dass sie sich im Alltag zurechtfinden und in der Region zuhause fühlen können. Unterstützt wird der International Community Day Mittelfranken von Handwerkskammer Mittelfranken, Globemee, Mekra Lang und Albrecht Dürer Airport Nürnberg.
Fürther Nella Gelateria zählt zu den Top 15 Eisdielen Deutschlands
Die Fürther Nella Gelateria Artigianale ist vom Schlemmer Atlas als eine der Top 15 Eisdielen Deutschlands ausgezeichnet worden. Verliehen wurde die Auszeichnung im Rahmen der Bella Gelateria 2026 im Hotel Adlon Kempinski in Berlin. Die Fürther Eisdiele bezeichnet die Anerkennung in einem Instagram-Beitrag als besonderen Moment und zeigt sich stolz und dankbar über die Auszeichnung. Für das Team steht sie insbesondere für die tägliche Arbeit und den eigenen Anspruch bei der Herstellung von Gelato.
Für die Nella Gelateria Artigianale ist die Auszeichnung nach eigenen Angaben weit mehr als nur ein Preis. Sie stehe für die tägliche Leidenschaft, das Handwerk und die Liebe, die das Team jeden Tag in sein Gelato investiere. Zugleich bedankt sich die Fürther Gelateria bei ihren Gästen, die sie täglich begleiten und unterstützen. Ihren Anspruch bringt Nella mit dem Leitsatz „Qualität vor Quantität. Leidenschaft in jeder Kugel.“ zum Ausdruck.
CeramTec eröffnet Erweiterungsbau für Medizintechnik in Marktredwitz
CeramTec hat am 22. September seinen Erweiterungsbau für die Medizintechnik am Standort Marktredwitz eröffnet. Das Unternehmen investierte einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in die Erweiterung, die insgesamt 12.000 Quadratmeter umfasst, davon rund 5.000 Quadratmeter Fertigungsfläche. Dort werden unter anderem keramische Komponenten für den Hüft- und Kniegelenkersatz produziert. Moderne Reinraumtechnologie und High-End-Messtechnik sollen präzise Fertigungsprozesse ermöglichen. Vom ersten Spatenstich im September 2023 bis zur schrittweisen Inbetriebnahme 2026 dauerte die Umsetzung drei Jahre.
Mit der neuen, dritten Medizintechnikfertigung will CeramTec zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen und Kundenanfragen künftig in größerem Umfang bedienen. Weitere Ausbaustufen und zusätzliche Automatisierung sind bereits vorgesehen. Mit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist Marktredwitz der größte CeramTec-Standort. Neben Medizintechnik werden dort auch keramische Komponenten für industrielle Anwendungen gefertigt. CEO Dr. Carla Kriwet bezeichnet die Investition als klares Bekenntnis zu Marktredwitz und Medizintechnik „Made in Germany“. Seit 1974 hat CeramTec nach eigenen Angaben weltweit nahezu 30 Millionen keramische Komponenten der Marke BIOLOX ausgeliefert.
Fachkonferenz in Coburg zeigt Chancen der Verteidigungsbranche für Zulieferer
Bei der Fachkonferenz „Defence als Chance für Zulieferer“ in Coburg haben die Veranstalter die Möglichkeiten für Unternehmen im Sicherheits- und Verteidigungsbereich thematisiert. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der IHK zu Coburg, der Europäischen Metropolregion Nürnberg sowie den IHKs Nürnberg und Bayreuth. Bayerns Innenstaatssekretär Sandro Kirchner hob in seinem Grußwort Franken als wichtigen Wirtschafts- und Industriestandort hervor. Angesichts der geopolitischen Situation seien Innovationskraft und die Bereitschaft zur Transformation gefragt. Fach- und Netzwerkveranstaltungen könnten der Branche dabei wichtige Impulse geben, neue Wege einzuschlagen.
Nach Angaben Kirchners eröffnen sich insbesondere für mittelständische Zulieferer Möglichkeiten, vorhandene Kompetenzen und Technologien auch für sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen einzusetzen. Dafür müssten bestehendes Know-how stärker vernetzt, der Transfer zwischen Forschung und Wirtschaft beschleunigt und Unternehmen bei neuen Geschäftsfeldern unterstützt werden. Kirchner verwies außerdem auf die Bedeutung einer engen zivil-militärischen Zusammenarbeit und eines leistungsfähigen Bevölkerungsschutzes. Als Maßnahmen des Freistaats nannte er das neue Bayerische Landesamt für Bevölkerungsschutz sowie das Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum der Bayerischen Polizei.
Erlanger Wirtschaft fordert von Oberbürgermeister Volleth klare Agenda und messbare Ziele
Bei einer Podiumsdiskussion der Erlanger Wirtschaftsjunioren hat sich Oberbürgermeister Jörg Volleth den Fragen und Forderungen von Wirtschaftsvertretern gestellt. Wie die „Erlanger Nachrichten“ berichten, begrüßten die Teilnehmer unter anderem die stärkere Präsenz des neuen Oberbürgermeisters in der Wirtschaft. Zugleich forderten sie weitere konkrete Schritte. Johannes Hofmann, Vorsitzender des IHK-Gremiums Erlangen, verlangte eine klare politische Agenda, einen Zeitplan für anstehende Projekte und messbare Ergebnisse. Unternehmer Johannes Lehmann mahnte laut dem Bericht insbesondere die konkrete Umsetzung des im Juni beschlossenen „Bauturbos“ an.
Volleth stellte bei der Diskussion seine Vision einer Technologiestadt Erlangen vor, in der Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenarbeiten sollen, um Fachkräfte zu gewinnen und weitere Unternehmen anzusiedeln. Konkrete Handlungsansätze konnte er nach Darstellung der „Erlanger Nachrichten“ angesichts der finanziellen Situation der Stadt jedoch nicht nennen. Derzeit gehe es vor allem darum, wieder finanziellen Handlungsspielraum für weitere Projekte und Fördermöglichkeiten zu schaffen. Volleth erklärte zudem, dass er im Stadtrat mit den vorhandenen Mehrheiten arbeiten müsse. Mit dem Koalitionspartner, den Grünen, arbeite er zwar konstruktiv zusammen, manche Projekte seien in dieser Konstellation jedoch nicht mehrheitsfähig.
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Constantin Kaindl
Herausgeber
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