Impuls

„Wie sieht gutes Catering aus, Friedel Hentrich?“

Gutes Catering ist weit mehr als leckeres Essen. Davon ist Friedel Hentrich von Keepers & Cooks überzeugt. Im Interview erklärt er, warum Gastfreundschaft, Atmosphäre und Liebe zum Detail entscheidend für gelungene Veranstaltungen sind und wie sich die Erwartungen von Unternehmen und Eventveranstaltern verändert haben.

Außerdem spricht Hentrich darüber, welche Trends die Cateringbranche aktuell prägen, welche Rolle Regionalität und Nachhaltigkeit spielen und warum gutes Catering bereits bei der Planung eines Events beginnt. Dabei verrät er auch, welche typischen Fehler Veranstalter unbedingt vermeiden sollten.


Wie erklären Sie einem 7-Jährigen Kind Ihren Beruf? 

Ich sorge dafür, dass Menschen bei großen und kleinen Festen leckeres Essen bekommen und eine richtig schöne Zeit haben. Ich plane, was gekocht wird, kümmere mich um mein Team und darum, dass am Ende alles klappt – auch wenn ganz viele Menschen gleichzeitig essen möchten.

Was macht für Sie gutes Catering aus?

Für mich beginnt gutes Catering mit dem Essen – aber es endet längst nicht dort. Die Gäste sollen nicht nur etwas Leckeres auf dem Teller haben, sondern sich rundum wohlfühlen und gerne an den Abend zurückdenken.

Gutes Catering bedeutet für mich deshalb: hochwertige Produkte, ehrliches Handwerk, Kreativität und ein gutes Gespür für den Anlass und die Menschen, die wir bewirten. Dazu kommt ein Team, das mit Leidenschaft arbeitet und auch dann ruhig und professionell bleibt, wenn es hinter den Kulissen einmal turbulent wird.

Und ganz wichtig: Der Gast sollte am Ende gar nicht merken, wie viel Planung und Arbeit dahintersteckt. Wenn alles selbstverständlich wirkt, das Essen begeistert und die Gastgeber entspannt mitfeiern können, dann haben wir unseren Job richtig gut gemacht.

Welche Rolle spielen Atmosphäre, Service und Präsentation?

Eine sehr große. Für mich sind Atmosphäre, Service und Präsentation genauso wichtig wie das Essen selbst – sie machen aus einer Mahlzeit ein Erlebnis.

Die Atmosphäre schafft den Rahmen: Sie entscheidet mit darüber, wie sich Menschen fühlen und wie sie einen Abend in Erinnerung behalten. Der Service wiederum ist das Herzstück. Aufmerksam, herzlich und professionell – ohne aufdringlich zu sein. Unsere Gäste sollen das Gefühl haben, dass jemand mitdenkt und sich wirklich um sie kümmert.

Und die Präsentation ist natürlich das erste Versprechen, das wir abgeben. Das Auge isst mit, und gerade beim Catering gehört für mich dazu, dass jedes Detail stimmt – vom Buffet über den Teller bis hin zur gesamten Inszenierung.

Am Ende muss alles zusammenpassen: Das Essen soll begeistern, der Service soll berühren und die Atmosphäre soll dafür sorgen, dass man gerne noch ein bisschen länger bleibt.

Was möchten Sie mit Keepers & Cooks in der Branche anders oder besser machen?

Wir möchten Catering wieder stärker als das verstehen, was es für uns eigentlich ist: Gastgeber sein.

Wir wollen nicht einfach Essen von A nach B bringen, sondern Erlebnisse schaffen, die Menschen miteinander verbinden. Dabei legen wir großen Wert auf Qualität, auf ehrliches Handwerk und auf einen Service, der herzlich und persönlich ist.

Was wir anders machen möchten? Wir wollen immer ein bisschen mehr geben, als man erwartet. Nicht unbedingt größer, lauter oder luxuriöser – sondern durchdachter, individueller und mit mehr Liebe zum Detail.

Und wir möchten zeigen, dass Professionalität und Herzlichkeit kein Widerspruch sind. Dass ein großes Event genauso persönlich und menschlich sein kann wie ein Abend mit guten Freunden.

Unser Anspruch ist, dass unsere Kunden am Ende nicht nur sagen: „Das Essen war gut“, sondern: „Das war genau unser Fest. Und genau so haben wir es uns gewünscht.“

Wie haben sich die Erwartungen von Unternehmen und Eventveranstaltern in den letzten Jahren verändert?

Die Erwartungen sind deutlich gestiegen. Früher stand beim Catering vor allem die Frage im Mittelpunkt: Was gibt es zu essen und wie viel kostet es? Heute geht es viel stärker um das gesamte Erlebnis.

Unternehmen und Veranstalter wünschen sich individuelle Konzepte, die zu ihrer Marke, ihrem Anlass und ihren Gästen passen. Essen soll nicht nur gut schmecken, sondern auch Geschichten erzählen, überraschen und im besten Fall zum Gespräch werden.

Gleichzeitig sind Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit und bewusster Umgang mit Lebensmitteln viel wichtiger geworden. Auch unterschiedliche Ernährungsformen und individuelle Bedürfnisse der Gäste gehören heute ganz selbstverständlich zur Planung.

Und natürlich erwarten die Kunden absolute Professionalität und Flexibilität. Events werden komplexer, die Ansprüche höher – und trotzdem soll es für den Gastgeber leicht und entspannt wirken.

Genau das finde ich spannend: Wir müssen heute nicht nur gut kochen, sondern viel stärker zuhören, mitdenken und verstehen, was der Kunde mit seinem Event eigentlich erreichen möchte. Das macht Catering für mich anspruchsvoller – aber auch viel kreativer.

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Mit dabei sind unter anderem Vertreter von DATEV, Sparkasse Nürnberg, FAU Erlangen-Nürnberg, FACKELMANN, Feser-Graf und ZOLLHOF. Insgesamt sind mehr als 25 Speaker angekündigt. Am Abend werden beim Mittelfränkischen Social Media Award zudem Social-Media-Cases aus der Region ausgezeichnet.

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Welche Trends beobachten Sie aktuell in der Event- und Cateringbranche?

Ich beobachte vor allem, dass Events immer persönlicher und erlebnisorientierter werden. Die Gäste möchten nicht einfach nur an einem schön gedeckten Tisch sitzen – sie möchten etwas erleben, entdecken und sich dabei wohlfühlen.

Ein großer Trend ist deshalb Individualität. Standardlösungen funktionieren immer weniger. Essen, Konzept, Präsentation und Service sollen zum Unternehmen, zur Veranstaltung und zu den Menschen passen.

Auch Regionalität und Nachhaltigkeit spielen eine immer größere Rolle. Produkte werden bewusster ausgewählt, Lebensmittelverschwendung wird stärker hinterfragt und viele Kunden wünschen sich eine Küche, die saisonal, regional und trotzdem kreativ ist.

Spannend finde ich außerdem die Entwicklung hin zu Live-Cooking, kleinen Food-Erlebnissen und Sharing-Konzepten. Essen wird mehr und mehr Teil der Inszenierung eines Events – es darf überraschen, darf Spaß machen und darf auch mal ein Gesprächsthema sein.

Und ich glaube, ein weiterer wichtiger Trend ist die Rückbesinnung auf das Wesentliche: gutes Essen, echte Gastfreundschaft und gemeinsame Zeit. Gerade in einer immer digitaleren Welt wird das persönliche Erlebnis wieder besonders wertvoll.

Wie lässt sich hochwertiges Catering heute mit Nachhaltigkeit und regionalen Produkten verbinden?

Für mich schließen sich hochwertiges Catering und Nachhaltigkeit überhaupt nicht aus – im Gegenteil. Ich glaube, dass gerade hochwertige Küche davon profitiert, wenn man bewusster mit Produkten und Ressourcen umgeht.

Wir versuchen, möglichst saisonal und regional zu arbeiten und unsere Lieferanten bewusst auszuwählen. Wenn man weiß, wo ein Produkt herkommt und wer dahintersteht, bekommt auch die Küche eine ganz andere Wertigkeit.

Dabei geht es für mich aber nicht darum, auf Teufel komm raus alles regional zu machen. Qualität und Geschmack müssen immer stimmen. Vielmehr geht es darum, saisonal zu denken, Transportwege zu reduzieren, Lebensmittel wertzuschätzen und Verschwendung zu vermeiden.

Auch bei der Planung von Veranstaltungen kann man viel bewirken: Mengen besser kalkulieren, Komponenten sinnvoll einsetzen und aus hochwertigen Produkten möglichst viel herausholen.

Ich finde, Nachhaltigkeit sollte dabei nicht als Verzicht wahrgenommen werden. Sie kann sogar zu mehr Kreativität führen. Wenn ein Produkt gerade Saison hat, sollte man genau daraus etwas Besonderes machen. Am Ende soll der Gast vor allem eines merken: dass es hervorragend schmeckt – und nicht, dass wir dafür Kompromisse eingegangen sind.

Was sind typische Fehler, die Veranstalter beim Catering machen?

Ein typischer Fehler ist, Catering zu spät in die Planung einzubeziehen. Essen und Service sind ein wesentlicher Bestandteil eines Events und beeinflussen viele andere Bereiche – von der Raumplanung über die Abläufe bis hin zur Atmosphäre.

Oft wird auch zu sehr auf den Preis und zu wenig auf das Gesamterlebnis geschaut. Natürlich muss ein Budget passen. Aber gutes Catering besteht eben nicht nur aus Lebensmitteln, sondern auch aus Personal, Logistik, Vorbereitung, Präsentation und Service.

Ein weiterer Punkt ist, die Gäste nicht genau genug im Blick zu haben. Wer kommt zur Veranstaltung? Was erwarten diese Menschen? Gibt es unterschiedliche Ernährungsweisen oder besondere Bedürfnisse? Je früher man solche Fragen klärt, desto besser kann man darauf eingehen.

Und manchmal wird unterschätzt, wie wichtig die Abläufe vor Ort sind. Ein tolles Menü bringt wenig, wenn die Gäste lange warten müssen oder der Service nicht hinterherkommt.

Deshalb ist mein wichtigster Tipp: Catering nicht als letzten Punkt auf der To-do-Liste sehen, sondern als Teil des Veranstaltungskonzepts. Wenn Veranstalter und Caterer frühzeitig und offen miteinander planen, wird das Ergebnis fast immer besser.

Welche Rolle spielen Individualisierung und spezielle Ernährungsformen wie vegan oder allergenfrei?

Individualisierung spielt heute eine sehr große Rolle. Bei einem Event kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorlieben, Gewohnheiten und Bedürfnissen zusammen – und genau darauf muss modernes Catering reagieren.

Vegane, vegetarische oder allergenbewusste Ernährung sind für uns deshalb keine Randthemen, die man irgendwie zusätzlich anbieten muss. Sie gehören ganz selbstverständlich in die Planung. Wichtig ist dabei, dass diese Gerichte nicht nach „Sonderlösung“ aussehen oder sich anfühlen. Auch ein veganes Menü darf kreativ, hochwertig und überraschend sein.

Gerade bei Allergien ist natürlich besondere Sorgfalt gefragt. Hier geht es nicht nur um die Auswahl der Zutaten, sondern auch um eine sehr genaue Kommunikation und sichere Abläufe in der Küche und beim Service.

Für mich bedeutet Individualisierung aber noch mehr: Wir möchten verstehen, wer unsere Gäste sind und was zu ihnen und ihrer Veranstaltung passt. Das kann bei einem Business-Event etwas anderes sein als bei einer Hochzeit oder einer privaten Feier.

Am Ende sollte niemand das Gefühl haben, wegen seiner Ernährungsweise auf Genuss verzichten zu müssen. Jeder Gast soll an unserem Tisch das Gefühl haben: Das ist für mich gemacht.

Wie gelingt es, auch bei großen Veranstaltungen Qualität und Persönlichkeit zu bewahren?

Das ist tatsächlich eine der größten Herausforderungen im Catering: Je größer die Veranstaltung, desto größer die Gefahr, dass alles anonym und unpersönlich wird. Genau das möchten wir vermeiden.

Für mich beginnt es mit einer sehr guten Vorbereitung. Je größer ein Event ist, desto genauer müssen Abläufe, Mengen, Personal und Logistik geplant sein. Nur wenn im Hintergrund alles funktioniert, haben wir vorne den Freiraum, Gastgeber zu sein.

Genauso wichtig ist aber unser Team. Persönlichkeit kann man nicht auf eine bestimmte Gästezahl hochskalieren – man muss sie vorleben. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen aufmerksam sein, mitdenken und den Gästen das Gefühl geben, wirklich willkommen zu sein.

Und trotz aller Planung müssen wir flexibel bleiben. Kein Event läuft hundertprozentig nach Plan. Gerade dann zeigt sich, wie gut ein Team funktioniert.

Unser Anspruch ist deshalb: Auch wenn wir mehrere hundert oder tausend Menschen bewirten, soll sich jeder einzelne Gast gut aufgehoben fühlen. Das gelingt nur, wenn Qualität und Herzlichkeit bei uns nicht von der Größe einer Veranstaltung abhängen.

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