Impuls

Diese Erfindungen stammen aus Nürnberg

Viele Dinge gelten heute für uns als selbstverständlich. Ein Blick auf die Uhr, das Fortbewegen mit Rollstuhl oder das Schnäuzen in ein Papiertaschentuch. Doch hinter all diesen alltäglichen Dingen steckt ein kluger Kopf, der diese erfunden hat. Davon stammen sogar einige aus Nürnberg, auch bekannt als die Stadt der großen Tüftler. Aber: Um welche Erfindungen handelt es sich?

Der Rollstuhl

Eine der wohl nützlichsten und allgegenwärtigsten Erfindungen der Welt stammt tatsächlich aus unserem beliebten fränkischen Städtchen. Stephan Farfler, ein berühmter Uhrmacher aus Altdorf bei Nürnberg, erfand den Rollstuhl aus eigener Not heraus. Im Alter von drei Jahren erlitt er einen schweren Unfall, der ihn ab der Hüfte lähmte. 1655 erfand er schließlich im Alter von 22 Jahren ein dreirädriges Fahrzeug, das er mit Handkurbeln über ein Zahnradgetriebe antrieb. Inspiriert wurde er für seine Idee von zwei Fahrzeugen, welche von Hans Hautsch, einem ebenfalls gebürtigen Nürnberger, konstruiert wurden.

Farflers Erfindung wurden nach seinem Tod in der Nürnberger Stadtbibliothek ausgestellt und stellte die Weichen für den Rollstuhl, wie wir ihn heute kennen.

Die Klarinette

Auch wichtige musikalische Meilensteine haben einen fränkischen Ursprung. Um 1700 erfand Johann Christoph Denner, ein deutscher Instrumentenbauer aus Nürnberg, die Klarinette. Ihm gelang es, die Chalumeau (ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt) so zu erweitern, dass es überblasen werden konnte. Der dadurch entstandene neue höhere Tonumfang erinnerte an den Klang einer Barocktrompete und erhielt schließlich den Namen “Clarinette”. Später wurde daraus die klassische Klarinette.

Die Klarinette setzte sich in der praktischen Musik erst gegen 1740 durch – zählt heute aber zu einem der wichtigsten Instrumente in einem Orchester.

Das Tempo-Taschentuch

“Hast du mal ein Tempo” – für viele hat der Begriff Tempo das herkömmliche “Taschentuch” aus dem täglichen Sprachgebrauch verbannt. Dass es sich dabei um eine original fränkische Erfindung handelt, wissen die wenigstens.

Es waren die Brüder Oskar und Emil Rosenfelder, die im Jahr 1929 das praktische Papiertaschentuch erfanden. Als Inhaber der Vereinigten Papierwerke AG hatten sie bereits Toilettenpapier und Camelia-Damenbinden entwickelt. Als Nachfolger der Mehrweg-Tücher wurde das Papiertaschentuch zu einem vollen Erfolg – bis heute. Nur die Produktionsstätte hat ihren Sitz leider nicht mehr in unserem beliebten Nürnberg.

Der Name “Tempo” wurde übrigens dem Zeitgeist der 1920er Jahre entsprechend entwickelt. Die Brüder empfanden die Zeit als besonders schnelllebig. Der Name brannte sich jedenfalls ein.

Der Erdglobus

Lange dachte man die Erde sei eine Scheibe. Dass die Erde tatsächlich ein runder Planet ist, steht heute außer Frage. Wie genau unsere Erde aussieht, können uns verkleinerte Modelle zeigen, etwa ein Globus. Der erste, heute noch erhaltene, Erdglobus stammt von Martin Behaim, Sohn einer alten Kaufmannsfamilie aus Nürnberg. Zusammen mit dem Maler Georg Albrecht Glockenthon schaffte er schließlich das Werk, dass ihm viel Ruhm und Ehre einbringen sollte: den Behaimschen Erdapfel.

Sein Erdapfel wird heute noch im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt.


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